Bundeskunsthalle zeigt Kunst aus Lateinamerika

Von: dapd-nrw
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Vibracion - Moderne Kunst aus Lateinamerika
Das Werk Dibujo sin papel (1977) von Gego (Gertrud Goldschmidt) aus Hamburg und Caracas ist in der Bundeskunsthalle in Bonn zu sehen. Foto: dpa

Bonn. Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt ab Freitag (17. September) geometrische abstrakte Kunst des 20. Jahrhunderts aus Lateinamerika. Im Mittelpunkt der Ausstellung „Vibración - Moderne Kunst aus Lateinamerika” steht die Ella Cisneros-Fontanals Collection, wie der Intendant des Museums, Robert Fleck, am Donnerstag sagte.

Die Sammlung mit Werken lateinamerikanischer Künstler von den 1920er bis 1970er Jahren ist erstmals in Europa zu sehen.

Über 200 Werke von fast 60 Künstlern sollen bis zum 30. Januar 2011 zeigen, wie die aufkeimende Moderne und die Urbanisierung in Lateinamerika in der modernen abstrakten Kunst wahrgenommen wurden. Konstruktives Element fast aller Werke sind Linien und geometrische Formen.

Der Titel „Vibración” bezieht sich nach Angaben des Kurators Juan Ledezma darauf, dass viele Werke durch ihre Formen und Farben so wirkten, als seien sie immer in Bewegung, veränderten sich ständig und seien als Kunstwerk nicht abgeschlossen. Als ein Beispiel nannte Ledezma „Continuel Mobile” von Julio Le Parc.

Die fünf Meter Hohe und 20 Meter breite Installation aus Stahlplatten, die an Nylonfäden von der Decke hängen, ist einerseits durch den ständigen Luftstrom in Bewegung und spiegelt andererseits auch das Gegenüber. Die Gemälde, Fotografien und Skulpturen der Ausstellung stammen unter anderem von Jesús Rafael Soto, Joaquín Torres-García und Lucio Fontana.

Kunst aus Lateinamerika insgesamt neu bewertet

Die Ausstellung findet laut Fleck zu einem Zeitpunkt statt, an dem moderne Kunst aus Lateinamerika insgesamt neu bewertet und als gleichbedeutend mit der europäischen und nordamerikanischen Kunst wird. Die moderne Kunst in Lateinamerika sei stark durch europäische Einflüsse geprägt worden, sagte der Intendant. Dennoch habe es eine eigenständige Entwicklung gegeben.

„Die Künstler in Lateinamerika haben oft andere Lösungen für Probleme gefunden als europäische oder nordamerikanische Künstler”, sagte Fleck. Um diese Prozesse zu zeigen, seien neben der Ella Cisneros-Fontanals Collection auch Werke der drei deutschsprachigen Künstlerinnen Gego (Gertrud Goldschmidt), Mira Schendel und Grete Stern zu sehen, die nach Südamerika ausgewandert sind.

Visuelle Verbindungen sollen entstehen

Die Ausstellung ist nach Angaben von Juan Ledezma bewusst nicht chronologisch aufgebaut worden. So soll anhand thematischer Gruppen die visuelle Verbindung zwischen einzelnen Gattungen, Tendenzen und Generationen gezeigt werden. Parallel zur Ausstellung hat die Bundeskunsthalle ein kulturelles Rahmenprogramm angekündigt. Neben Führungen durch die Ausstellung in Spanisch gibt es unter anderem Lesungen sowie Konzerte und Podiumsgespräche.

Die Bundeskunsthalle ist dienstags und mittwochs von 10 bis 21 Uhr sowie donnerstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung kostet acht Euro, ermäßigt fünf Euro.
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