Brisantes, Rührendes, Lustiges: 30 Jahre Das Da Theater

Von: Eckhard Hoog
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Sie stellten den Spielplan zur Jubiläumssaison 2017/2018 vor: die künstlerischen Leiter des Aachener Das Da Theaters Tom Hirtz und Maren Dupont. Foto: Michael Jaspers

Aachen. 30 Jahre Das Da Theater – wie unverzichtbar, präsent und mobil dieser Faktor im kulturellen Leben der Städteregion Aachen über die Zeit geworden ist, das belegt allein die große Zahl seiner Spielstätten.

Neben dem Domizil in der Aachener Liebigstraße sind das Kindergärten, Kitas und Schulen, Einrichtungen für Senioren und behinderte Menschen, die Burg Frankenberg in Aachen und die Open-Air-Bühne im Kennedypark. Ein Understatement par excellence: Ganz am Ende der Vorstellung des Jubiläums-Spielplans für die Saison 2017/18 präsentierten die künstlerischen Leiter Tom Hirtz und Maren Dupont ganz nebenbei noch die Zahlen der laufenden Saison – eine einzige Erfolgsbilanz. Über 54.000 Zuschauer besuchten 544 Vorstellungen bei einer Auslastung von 97 Prozent. Knapp 78 Prozent des Gesamtbudgets von rund 976.000 Euro werden selbst eingespielt. Die beste Bilanz in 30 Jahren. Und bei dem attraktiven Angebot der neuen Spielzeit dürfte das auch erfolgreich fortgesetzt werden.

Interessante und hochaktuelle Themen prägen die Auswahl der Stücke und keineswegs etwa von vornherein zu erwartende Blockbuster. Mit „Inside IS“, einem Schauspiel nach Motiven des Buchs „Inside IS – 10 Tage im ‚Islamischen Staat‘“ des umstrittenen Journalisten Jürgen Todenhöfer, mischt sich das Das Da Theater selbstbewusst ein in eine kritische Diskussion um Fragen wie diese: Warum geraten gerade junge Menschen in Europa in den Sog des IS, was sind die Versäumnisse der Gesellschaft? Der in der Türkei geborene Theaterregisseur Yüksel Yolcu hat die Bühnenfassung erst 2016 im Grips-Theater zur Uraufführung gebracht.

Auch keine leichte Kost, die Éric-Emmanuel Schmitt da mit „Oskar und die Dame in Rosa“ auftischt: Erzählt wird die Geschichte eines unheilbar erkrankten Jungen, der ein ganzes Menschenleben in elf Tagen im Voraus erleben soll.

Eine Mischung aus zartfühlenden Momenten und absurder Komik erwartet das Publikum zum Auftakt der Saison mit „Vincent will Meer“ von Florian David Fitz – eine berührende Ausreißergeschichte dreier Jugendlicher.

Zu den fünf Abo-Stücken gehören noch das Musical „Ewig jung“ um eine flotte Bande greiser Schauspieler in einer Seniorenresidenz und ein Komödienklassiker, der nach einer Publikumsbefragung auf Platz zwei der Wunschliste gelandet ist: Shakespeares „Viel Lärm um nichts“, ab 21. Juni 2018 open-air auf Burg Frankenberg.

Ganz oben auf der Hitliste: „Linie 1“ – aus rechtlichen Gründen kann das Musical aber erst im Frühjahr 2019 gebracht werden.

Eine einzige kindgerechte Werbung für Toleranz – so ist das Angebot für die ganz Kleinen ab drei Jahren gedacht: „Irgendwie anders“. Die ab Sechs-Jährigen können die humorvolle Geschichte „Lippels Traum“ von Paul Maar erleben, die sich um den jungen Philipp dreht, dem zwei neue Mitschüler aus Marokko im Traum als Prinz und Prinzessin aus dem Morgenland begegnen. Das alles ist buchbar für Kitas, Kindergärten und Schulen über Telefon 0241/161855.

Zum zweiten Mal dabei: Bestseller-Autor und Grimme-Preisträger Moritz Netenjakob. Er präsentiert Highlights aus seinen Kabarettprogrammen. Außerdem wird beim traditionellen Theaterdinner sein Stück „Milchschaumschläger“ uraufgeführt. Darin verwandelt Netenjakob seine eigenen Erfahrungen als Café-Betreiber, dass sich die Balken biegen vor Lachen . . .

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