Brillantes Niveau beim dritten Kammerkonzert

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Es war die Stunde der jungen Kräfte des Aachener Sinfonieorchesters. Und die konnten sich im 3. Kammerkonzert im Spiegelfoyer des Theaters hören lassen.

Was die teilweise noch im Probejahr befindlichen Musiker in einer bunt gemischten Werkfolge präsentierten, zeugte nicht nur von brillantem technischem Niveau, sondern zündete auch durch ansteckende Spielfreude. Die gipfelte in einer frischen Interpretation von Schuberts „Forellen-Quintett“, die durch den forschen, aber nie groben Zugriff jedem falschen biedermeierlichen Zungenschlag aus dem Weg ging und dennoch intimen Charme versprühte. Kompliment für die Pianistin Karina Sabac, die makellose Leistung der Primgeigerin Olga Lakkoni mit ihrem anspruchsvollen Part und der homogen reagierenden „tieferen“ Abteilung mit Teresa Westermann (Viola), Mladen Miloradovic (Violoncello) und Chihoon Choi (Kontrabass).

Die beiden Letztgenannten sorgten vor der Pause mit einem hochvirtuosen Vortrag des pfiffigen Duos für Violoncello und Kontrabass in D-Dur von Rossini für Begeisterung, auch wenn das sich opernhaft gebärdende Werk nicht so recht zu den flankierenden Beiträgen zweier junger Bläser passen wollte. Stefanie Faust, trotz ihrer jungen Jahre schon zehn Jahre Solo-Flötistin im Aachener Orchester, sowie Posaunist Saman Maroofi widmeten sich zwei Sequenzen für Solo-Instrumente des großen italienischen Nachkriegskomponisten Luciano Berio. Faust ließ sich auch von den vertracktesten technischen Finessen der Sequenza I nicht in Verlegenheit bringen. Und die Nähe der Sequenza V zum „instrumentalen Theater“ machte Maroofi mit ironischem Augenzwinkern und spieltechnischer Souveränität hör- und sichtbar.

Ein denkbar vergnügliches und abwechslungsreiches Konzertereignis, das am Montag um 20 Uhr im Spiegelfoyer wiederholt wird.

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