Lüttich - Brillanter Klang verzaubert in der wiedereröffneten Lütticher Oper

Brillanter Klang verzaubert in der wiedereröffneten Lütticher Oper

Von: Guido Rademachers
Letzte Aktualisierung:
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Die Wiedereröffnung der Lütticher Oper hat die Gäste verzaubert.

Lüttich. Kein Durchkommen mehr. In den viel zu eng erscheinenden Gängen tritt man sich auf die frischpolierten Schuhe. Und auch vor der Oper herrscht Ausnahmezustand. Security-Personal steht breitbeinig herum.

Straßen sind gesperrt. Nach drei Jahren Sanierungsarbeiten erstrahlt das Lütticher Opernhaus in makellosem Weiß. Zur Wiedereröffnung hat sich das belgische Prinzenpaar angesagt. Die belgische Nationalhymne tönt aus dem Orchestergraben. Brillant und völlig transparent. Wer noch den stumpfen Klang der alten Oper in den Ohren hat, den reißt es auch ohne nationale Begeisterung aus den Sitzen.

Das Publikum dreht sich um zu Mathilde und Philippe, die ihre Loge betreten. Nach jahrelangem Stillstand hat sich in Lüttich viel getan: ein neuer Bahnhof, ein neues Museum und jetzt das umgebaute Opernhaus. Mit dem auf das klassizistische Kerngebäude gesetzten modernen Riesenkubus dürfte es zu den Top-Wahrzeichen der Stadt aufgestiegen sein.

Intendant Stefano Mazzonis di Pralafera hatte die nicht uncharmant-lokalpatriotische Idee, zur Wiedereröffnung ein Werk des 1822 in Lüttich geborenen César Franck aufzuführen. Ausgegraben wurde ein in der Pariser Nationalbibliothek aufbewahrtes, nur in Klavierbegleitung ausgearbeitetes Opernmanuskript von 1841. Auch in der etwas überambitioniert mit den Klangfarben spielenden Nachorchestrierung des 55-jährigen Antwerpener Komponisten Luc van Hove ist „Stradella” sicher keine Offenbarung.

Filmregisseur Jaco van Dormael („Toto der Held”) setzt in seiner ersten Operninszenierung die ganze Bühne unter Wasser, lässt Stege hoch- und runterfahren und zaubert poetische Mondstimmungen in den Bühnennebel. Eine beeindruckend leichte Bildershow. Am Ende wurden Regisseur, Dirigent Paolo Arrivabeni sowie Marc Laho (Stradella) und Isabelle Kabatu (Léonore) umjubelt, ansonsten war der Applaus eher verhalten. Im Zentrum stand eben das Opernhaus.

Termine: 21. (20 Uhr), 23. (15 Uhr), 25., 27., 29. September (20 Uhr); Karten: Telefon 0032/4/2214722.
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