Bosch: „Alle haben es ganz toll gemacht”

Von: Eckhard Hoog
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Erfolgreiche Uraufführung bei der Münchner Biennale im Prinzregententheater: die Oper „Maldoror” des Aachener Komponisten Philipp Maintz mit Martin Berner (links) in der Titelrolle und Otto Katzameier als „Lautramont”. Es spielte das Sinfonieorchester Aachen. Foto: Regine Körner

Aachen/München. Das Sinfonieorchester Aachen und das Theater Aachen haben außerhalb der Heimat womöglich einen der größten Erfolge ihrer Geschichte eingefahren. Die Uraufführung der Oper „Maldoror” von Philipp Maintz bei der 12. Münchner Biennale am Dienstagabend stieß auf einhellige Zustimmung eines begeisterten Publikums .

Und das auch noch zur Eröffnung des weithin wichtigsten Festivals für neues Musiktheater überhaupt. „Viele, viele Bravos” hat Marcus R. Bosch gehört, „enthusiastische Reaktionen”. Maestro haben wir am Mittwoch per Handy auf seinem Weg zum Flughafen erreicht, wo er nach Köln fliegen wollte, um Donnerstag in Aachen zusammen mit Intendant Michael Schmitz-Aufterbeck den neuen Spielplan vorzustellen. Gleich anschließend geht es wieder zurück nach München, wo Bosch heute und morgen Abend noch zwei „Maldoror”-Aufführungen im Prinzregententheater dirigieren wird.

Der Generalmusidirektor freut sich über den Riesenzuspruch an der Isar und findet sich mit seiner Einschätzung bestätigt: „Das ist ein fabelhaftes, ein Super-Orchester.” Was der Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur Nikolaus Dominik wohl glatt unterschreiben würde: „Das Sinfonieorchester Aachen unter Marcus R. Bosch bewältigte die schwere Partitur der Oper bravourös”, heißt es in seinem Bericht. Bosch selbst gesteht, beinahe etwas „verwundert” zu sein über die einhellige Zustimmung: „Bei diesem kritischen Publikum und den vielen Fachleuten!” Aber auch die mitgereisten Familienangehörigen der Orchestermusiker haben die Aufführung dieses Werks aus der Feder des 33-jährigen Aachener Komponisten Philipp Maintz offenbar als reinen Götterfunken erlebt. Bosch: „Sie sind sehr beeindruckt und sprechen von einer tiefen inneren Betroffenheit.”

Erste Kritiken heben eine „intensive Klangfläche” hervor, „flimmernd, polyphon, sich immer wieder in Schlagwerk-Eruptionen steigernd, ohne sich vordergründig in Effekten zu erschöpfen”. Offensichtlich genau die richtige Tonsprache, um das durchaus düstere Anliegen dieser Oper fühlbar werden zu lassen: in einer Reihe von Bildern das Böse, Abgründige und Zerstörerische im Menschen darzustellen - in der Gestalt des „Maldoror. „Alle haben es ganz toll gemacht”, schwärmt Bosch von seinem Team und nennt allen voran Martin Berner, der die Titelrolle stemmt. „Eine echte Aachener Produktion”, findet Bosch, der dieser Kooperation mit der Münchner Biennale und dem Theater Basel den Stempel von „seinem” Haus aufgedrückt sieht - mit vielen Beteiligten aus dem Ensemble, Leila Pfister, Lasse Penttinen, und wie sie alle heißen. Nicht zu vergessen der ehemalige Aachener Dramaturg Thomas Fiedler, der das Libretto von „Maldoror” geschrieben hat.

„Das Orchester war hochprofessionell und gelassen”, erzählt Bosch. „Aber es steht ja nicht zum ersten Mal auf einer internationalen Bühne.” Eine besondere Nervosität spürte Maestro bei seinen Künstlern jedenfalls nicht - und das trotz der nicht einfach zu bewältigenden Bedingungen: Erst seher spät standen die Noten zur Verfügung, Bosch: „Vor drei Wochen mussten wir in Aachen eine Powerwoche einlegen.” In München selbst gab es dann nur noch drei Proben und die szenische Umsetzung auf einer Bühne, die doppelt so groß ist wie die in Aachen. „Das war ein Husarenritt, eine große technische Herausforderung.”

Einer saß bei der Premiere in München besonders interessiert im Publikum: Klaus Schultz, in Aachen Generalintendant der Jahre 1982 bis 1994. Bosch: „Er hat sich sehr über die Entwicklung in Aachen gefreut.” Am 8. Mai hebt sich hier der Vorhang zu „Maldoror” als erste von sechs Aufführungen, im Oktober und November haben dann die Opernfreunde in Basel das Vergnügen.

Sechs Aufführungen im Theater Aachen

„Maldoror”, Oper von Philipp Maintz. Die Aufführungstermine im Theater Aachen: 8., 11., 15. Mai, 19.30 Uhr; 23. Mai, 15 Uhr; 27. Mai 19.30 Uhr; 30. Mai, 18 Uhr.
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