Blues-Ikone Eric Clapton begeistert in der Lanxess-Arena

Von: Bernd Schuknecht
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Er ist offenbar nach abgesagten Konzerten wieder fit: Eric Clapton war voller Spielfreude in Köln zu erleben. Foto: Thomas Brill

Köln. Wenn Eric Clapton im fahlen Scheinwerferkegel anhebt zu improvisieren, den bluesig beseelten Blick himmelwärts gerichtet, dann wird das Gefühl nachempfindbar, das vor rund 50 Jahren einen Fan dazu gebracht haben soll, „Clapton is god“ auf eine Londoner Mauer zu pinseln.

In der restlos ausverkauften Kölner Lanxess-Arena erweist sich der „Gitarren-Gott“ wie eh und je als Meister des musikalischen Spannungsaufbaus, improvisiert mit unbändiger Lust, ehe er sich schließlich wieder entspannt dem Songthema zuwendete.

Nach vielen Jahren diverser Höhen und Tiefen als Mensch und Musiker, präsentierte sich die 68-jährige englische Blues-Ikone, die Konzerte in Wien und Stuttgart wenige Tage zuvor wegen Rückenpro-bleme hatte absagen müssen, mit musikalisch vitalem Tatendrang wie selten zuvor.

Mit akustischer Gitarre und leichtem Country-Einschlag begrüßte Clapton mit „Hello old friend“ seine mit ihm gemeinsam in die Jahre gekommenen Fans. Greg Leisz, ein vorzüglicher Steel-Gitarrist, durfte als Erster der insgesamt achtköpfigen Band auf sich aufmerksam machen. Aber auch Gitarrist Doyle Bramhall II. verstand es, dem inspirierten Spiel des Meisters immer noch einige Akzente hinzuzufügen, die aufhorchen ließen. Bei dem Bluesklassiker „Come rain or come shine“ war es schließlich Organist Paul Carrack, dessen Stimme mit der Claptons zu einem geschmeidigen Duett verschmolz. Überhaupt stand der Blues, darunter die „Crossroads“, dessen klangliche Explosivkraft wohl nie nachlassen wird, sowie „Love in vain“ im Mittelpunkt des grandiosen Konzerts.

Seine großen Hits wie „Layla“, „Wonderful tonight“ oder „Lay down Sally“ waren eine exquisite Legierung aus akustischen Arrangements und schier mitreißender Spielfreude. Jeder Titel hörte sich an, als wäre der Bluesboom nicht vor gut 60 Jahren über England gekommen, sondern gerade der jüngste Hype. Das gesamte Konzert entsprach in seiner Dynamik den Spannungsbögen von Claptons Gitarrenarbeit.

Am Schluss gab es allerdings dennoch einen kleinen Bruch, denn das, was nach über zwei Stunden als Coda gedacht war, offenbarte sich als weiterer Höhepunkt. Die Zugaben „Sunshine of your love“ sowie das Cocker-Cover „The high time we went“, mit der kleinen Unterstützung von Andy Fairweather-Low, ließen die restlos begeisterten Fans vor die Bühne strömen.

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