Aachen - Bewegendes Konzert der Cappella Aquensis unter Thomas Beaujean

Bewegendes Konzert der Cappella Aquensis unter Thomas Beaujean

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Das Abschiedskonzert in St. Michael: Nach 41 Jahren gibt Thomas Beaujean die Leitung der Cappella Aquensis ab. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. 41 Jahre lang hat Thomas Beaujean die Geschicke der Cappella Aquensis mit Können, Geduld und gesundem Ehrgeiz geleitet. Einen Amateurchor über diese lange zeitliche Distanz auf einem konstant hohen Niveau halten zu können, spricht für die erfolgreiche Arbeit des Dirigenten, der sich am 1. Advent mit einem stimmungsvollen A-cappella-Konzert von seinem Chor verabschiedete.

In der voll besetzten Kirche St. Michael schlich sich natürlich eine Prise Wehmut ein. Allerdings ist Thomas Beaujean mit dem Aachener Musikleben so eng und dicht vernetzt, dass er auch weiterhin das Wirken „seines“ Chores aufmerksam verfolgen wird, den ab jetzt der Musikpädagoge und Chorleiter Ulrich Brassel führen wird.

Beide Musiker, Beaujean und sein Nachfolger, verbindet das Studium bei Prof. Johannes Hömberg an der Kölner Musikhochschule, dem sie viel für ihre Chorarbeit zu verdanken haben. Dass auch eine Choralmotette von Hömberg auf dem Programm seines Abschiedskonzerts stand, war für Beaujean Ehrensache. Dass der 86-jährige Komponist und Pädagoge wegen gesundheitlicher Probleme nicht anwesend sein konnte, trübte die Stimmung ein wenig. Wie auch der Tod des Vaters Alfred Beaujean, dessen ebenso wohlwollende wie kritische Unterstützung den Sohn in die richtigen künstlerischen Bahnen lenkte.

Es war ein kleines, unspektakuläres, gleichwohl ebenso stimmungs- wie anspruchsvolles Konzert mit einem klug zusammengestellten Programm aus Werken der Renaissance und der gemäßigten Moderne, das besinnlich die Adventszeit einläutete. Ein Programm, das auf krachende Jubelklänge verzichtete, dafür aber zeigte, dass die Cappella Aquensis ein Niveau erreicht hat, mit dem sich auch schwierige Literatur exzellent realisieren lässt.

Ob getragene Motetten der Renaissance-Meister Palestrina, Gabrieli oder Sweelinck, ob harmonisch diffizile Gesänge aus neuerer Zeit: Was Klangschönheit, Homogenität, Intonationssicherheit und klare Artikulation angeht, dürfte Thomas Beaujean seinen Idealvorstellungen sehr nahe gekommen zu sein. Auch wenn er selbst, wie er bekannte, nur ganz selten wirklich zufrieden mit seinen Leistungen gewesen ist.

Das spricht für das Verantwortungsbewusstsein eines Künstlers, der sich zu Recht hohes Ansehen im reichen Musikleben Aachens erworben hat. Auch wenn er in seinem Abschiedskonzert manches gehört haben mag, was er sich vielleicht noch besser vorstellen könnte: Die Wärme und Innigkeit, mit der sein Chor so zarte und filigrane Gesänge wie Eric Whitacres „Lux aurumque“ oder Morton Lauridsens „O magnum mysterium“ zelebrierte, das schien ihn tief bewegt zu haben. Und nicht nur ihn.

Viel Beifall für einen Musiker, der ein Kapitel seines vielfältigen Wirkens abgeschlossen hat, aber auch nur eins. Das Aachener Kammorchester und die Musik- & Theaterfreunde Aachen sorgen dafür, dass Thomas Beaujean auch in Zukunft präsent bleiben wird. So auch am 23. Dezember im Krönungssaal mit dem traditionellen Weihnachtskonzert seines Kammerorchesters, das auch die Cappella Aquensis unterstützen wird.

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