Beth Hart reißt ihre Fans auf Burg Wilhelmstein mit

Von: Sigi Malinowski
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Ein „Bühnenluder” im besten
Ein „Bühnenluder” im besten Sinne des Wortes: Beth Hart in Würselen. Foto: Sigi Malinowski

Würselen. Diese Momente kommen öfter vor. Immer wieder sucht Beth Hart danach, ihre angestaute Energie herauszulassen. Gerade und mitten in ihren Songs. Dann trommelt die Kalifornierin mit ihren Fingern beidhändig auf ihrer Bauchdecke.

Oder sie umarmt und schubst ihren Gitarristen Jon Nichols. Oder die 40-Jährige springt fast ins Schlagzeug.

Um von null auf 100 zu kommen ist die vielseitige Blues-Rockröhre aus Los Angeles gefühlt schneller als ein Starfighter. Obwohl sie bei ihrem Konzert auf Burg Wilhelmstein in Würselen mit der von ihr getexteten Ballade „Dont explain” beginnt. Äußerlich stürmte es ein bisschen, innen, im wunderhübschen Rund der Freilichtbühne, lässt es Beth Hart (noch) ruhig, melancholisch angehen. Doch das ändert sich mit dem dritten Titel „Happiness”, den das „Bühnenluder” rockig ins Publikum schleudert. Beth Hart ist angekommen. Sie reißt mit, getragen von einer fantastischen Stimme.

Behoben sind ein paar technische Schwierigkeiten, mit denen die Sängerin und ihre vier Bandkollegen anfangs zu kämpfen hatten. „Ist er nicht süß”, schickt sie ihrem Mann und Bühnentechniker noch ein paar Komplimente hinterher, als dieser die Mikros austauscht.

„Dont explain” - in Anlehnung an ihr Erfolgsalbum von 2011 mit Joe Bonamassa - ist die Tour überschrieben. Aus dem Gemeinschaftswerk, das in den deutschen Charts bis auf Platz 17 und in England auf Rang 22 kletterte, gibte_SSRqs ein paar der 19 Stücke. „Chocolate Jesus”, „Well, Well” und die Single-Auskopplung „Ill take Care of You” sind dabei.

Ansonsten geht es querbeet durch eine mit neun Alben verzierte Hitgeschichte, die seit gut 18 Jahren andauert. Ganz intensiv gefeiert wird Beth Harts größter Erfolg, der „L.A. Song”, aber auch der mitreißende Blues „For my Friends”, als Bill-Withers-Cover, verzückt die Hart-Fans. Die Meisterin tritt bei diesem Song ins zweite Glied und lässt vor allem ihren brillant zupfenden Gitarristen Jon Nichols und dem erst 21-jährigen Josh Cooch das Feld.

Der kochende Mix aus Soul, Jazz, Rock und Blues wird in knapp zwei Stunden von einer außergewöhnlichen Sängerin zelebriert, über die Joe Bonamassa mal sagte, „sie ist ein liebenswerter Mensch mit einer außergewöhnlichen Stimme”. Und damit erklärt sie sich an diesem Abend 19-fach in ihren Liedern.
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