Würselen - Beth Hart begeistert auf Burg Wilhelmstein

Beth Hart begeistert auf Burg Wilhelmstein

Von: Albrecht Peltzer
Letzte Aktualisierung:
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In ihren zumeist selbst getexteten und komponierten Songs macht sie ihr eigenes Leben zum Thema – und die Kraft, Krisen zu bewältigen: Beth Hart mit ihrer Band auf Burg Wilhelmstein. Foto: Siegfried Malinowski

Würselen. Die dritte Zugabe gibt es nicht. Leider. Wäre es nach den Fans gegangen, hätte Beth Hart an diesem Abend noch einige musikalische Extrarunden mehr drehen müssen. Die amerikanische Sängerin räumte mächtig ab auf der ausverkauften Burg Wilhelmstein.

Nach gut eindreiviertel Stunden setzt die 43-Jährige mit der unglaublich energiegeladenen Ballade „Tell Her You Belong To Me“ einen musikalischen Schlussakkord unter einen unglaublich beeindruckenden Abend.

Was ist es, das diese Faszination um Beth Hart ausmacht. Die Stimme? Ihre Bühnenpräsenz? Die perfekt eingespielte Band? Die Kompositionen? Die Texte? Es ist sicher alles zusammen. Aber vor allem ist es die Authentizität, die die Kalifornierin verkörpert. Beth Hart singt von Liebe und Trauer, von den dunkelsten Seiten des Lebens. Und von der Kraft, aus den schlimmsten Alpträumen zu erwachen. Hart macht ihr Leben zum Thema, ihre frühere Drogen- und Alkoholsucht und ihren Weg heraus aus den schlimmsten Krisen. Sie findet jetzt ihren Platz im Leben, wie sie mit ansteckender Begeisterung erzählt.

Beth Hart lässt es eher langsam angehen, „Blame The Moon“, „I‘ll Take Care Of You“ und der Titelsong ihrer aktuellen CD „Better Than Home“ eröffnen das Konzert im Einspielmodus. Hart spielt gefühlvoll Piano, die Band – Jon Nichols und PJ Barth (Gitarre), Bob Marinelli (Bass) und Julian Rodriguez (Schlagzeug) – hält sich noch vornehm zurück. Aber dann: Bei „Bang Bang“ von ihrer gleichnamigen CD aus dem Jahr 2012 und spätestens bei „Don‘t Let Go“, das Hart ursprünglich gemeinsam mit Joe Bonamassa eingespielt hat, zündet das Feuerwerk. Das ist Power, das ist Emotion pur. Hart lässt das Publikum mitsingen, mittanzen, sie selber fegt wie ein Irrwisch über die kleine Freilichtbühne – Rock ‘n‘ Roll vom Allerfeinsten.

Explosiv und melancholisch

Übrigens: Diese Nummer, bei der Jon Nichols sich auch als ausgesprochen versierter Slide-Gitarrist beweist, ist eine der ganz wenigen Cover-Nummern in Beth Harts Programm. Hart ist nicht nur eine brillante Sängerin und ausgezeichnete Pianistin, sie textet und komponiert den überwiegenden Teil ihres Repertoires selber. Das ist Musikalität auf höchstem Niveau.

Explosiv in einem, zutiefst melancholisch im nächsten Moment – das macht Beth Harts Performance aus. Der „Baddest Blues“ ist Programm, sie hat den Song ihrer Mutter gewidmet, das nur von Piano begleitete „My California“ wird zur Liebeserklärung an Ehemann Scott Guetzkow, der als Roadie fungiert und dafür zum Amüsement nicht nur des Publikums einen dicken Kuss auf der Bühne bekommt.

Mit dem rockigen „Trouble“ setzen Beth Hart und ihre vier Mitstreiter ein dickes Ausrufezeichen unter einen energiegeladenen Abend. Zwei Zugaben gibt‘s, dann ist Schluss. Bis zum nächsten Mal. Hoffentlich. Beth Hart bringt alle Voraussetzungen zum Dauergast auf der Burg Wilhelmstein mit. Dann vielleicht auch mit dritter Zugabe . . .

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