Bestechend: Brüderpaar Jussen im Aachener Meisterkonzert

Von: Thomas Beaujean
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Sie sorgten beim Meisterkonzert im Aachener Eurogress für den Höhepunkt des Abends: die niederländischen Brüder Arthur und Lucas Jussen am Klavier. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das zweite von insgesamt nur zwei Orchesterkonzerten in der Reihe der Meisterkonzerte brachte eine Wiederbegegnung mit der Sinfonia Varsovia, die sich dieses Mal unter dem Klarinettisten und Dirigenten Paul Meyer im Eurogress präsentierte.

Das Programm war auf die recht schmale Streicherbesetzung zugeschnitten: Stücke von Darius Milhaud, Gabriel Fauré und Antonín Dvoák bildeten eine recht originelle Werkfolge, die gekrönt wurde durch das Konzert für zwei Klaviere und Orchester Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem jungen holländischen Brüderpaar Lucas und Arthur Jussen als Solisten. Letzteres wurde denn auch zum unbestrittenen Höhepunkt des Abends.

Wie sich die unbekümmert und sympathisch auftretenden, sich an zwei Flügeln gegenüber sitzenden jungen Pianisten die musikalischen Bälle zuwarfen, mit absoluter Perfektion im Zusammenspiel miteinander harmonierten, dabei die genaue interpretatorische Mischung von kernigem Ton und spielerischer Leichtigkeit fanden, das war mitreißend und begeisternd. Auch das Zusammenspiel mit dem Orchester gelang nahtlos. Als Zugabe spielten die beiden eine jazzig angehauchte Paraphrase über das Kopfthema aus Mozarts g-Moll-Sinfonie.

Wiedergabe voller Elan

Die Interpretationen der reinen Orchesterstücke litten beträchtlich unter den im Eurogress matt klingenden hohen Streichern, die, nicht zuletzt aufgrund ihrer zu kleinen Besetzung, von den Bläsern sehr häufig klanglich zugedeckt wurden. Das machte sich schon bei Milhauds schwungvollem „Le boeuf sur le toit“ negativ bemerkbar, in dem der Komponist brasilianische Folklore verarbeitet, die er bei seinem zweijährigen Aufenthalt in Brasilien kennengelernt hat. Immerhin hatte die Wiedergabe Elan und bei den Bläsern mitreißende solistische Passagen.

Delikat und mit leichter Hand wurden die Gavotte aus der Orchestersuite „Masques et berga-masques“ und die Pavane fis-Moll von Fauré musiziert. Am Schluss dann Dvoáks Tschechische Suite, eine Zusammenstellung von tschechischen Volkstänzen, kammermusikalisch instrumentiert und klanglich zurückhaltend. Aufgrund ihrer endlosen Motivwiederholungen zählt sie sicherlich nicht zu den stärksten Werken des Komponisten, zumal dann, wenn ihre Interpretation zwar sehr kultiviert, aber recht temperament- und spannungslos gelingt wie an diesem Abend.

Bei der ersten Zugabe griff der Klarinettist Paul Meyer zu seinem Instrument, um zusammen mit dem Soloflötisten und dem Orchester die Tarantella von Camille Saint-Saëns zu musizieren. Der Abend endete mit einer zweiten Zugabe, der Ouvertüre aus der Suite von Fauré. Begeisterter Beifall eines Publikums, das dankbar war, ein Orchesterkonzert in dieser Konzertreihe erleben zu dürfen.

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