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Beste Unterhaltung: Kammerkonzert im Spiegelfoyer

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Ein kurzes, konzentriertes Programm mit hohem Unterhaltungswert schmückte das zweite Kammerkonzert im randvoll besetzten Spiegelfoyer des Theaters. Der leichtfüßige Duktus der drei denkbar unterschiedlichen Werke darf freilich nicht über die spieltechnischen Ansprüche hinwegtäuschen, die die Mitglieder des Aachener Sinfonieorchesters mit gewohnter Qualität erfüllten.

Den Löwenanteil hatte der Aachener Pianist Matthias Rein zu bewältigen, der sich mit stilistischer Flexibilität auf die burleske Masquerade „La revue de cusine“ des tschechischen Meisters Bohuslav Martin ebenso sicher einließ wie auf einen Liedzyklus des Spaniers Manuel de Falla und ein frühes Quintett von Beethoven, das noch Reste höfischer Divertimento-Luft verströmt, in seinem Anspruch aber bereits wesentlich weiter greift.

Zunächst also Martins knappe Schauspielmusik zu einer skurrilen Liebesgeschichte um einen Kochtopf und dessen Deckel, das in seiner quirligen, klanglich hell und transparent durchscheinenden Textur die Einflüsse des französischen Neoklassizismus nicht verschleiern will. Philipp Zehm (Klarinette) Jean Hellenbrand (Fagott) und der Trompeter Huub Versteegen, dazu die Geigerin Julia Prinsen-Feneberg und Cellist Walter Mengler ließen zusammen mit Matthias Rein eine Menge von der originellen Tonsprache des Werks hören, auch wenn man sich manches noch prägnanter und frecher vorstellen könnte.

Der chilenische Tenor Patricio Arroyo verfügt für Manuel de Fallas „Siete canciones populares españolas“ über eine angenehm timbrierte Stimme von lyrischem Schmelz und über die nötige gestalterische Intelligenz, um den Ausdruck der sieben unterschiedlichen Gesänge individuell formen zu können.

Nach der Pause folgte mit Beethovens Quintett für Oboe, Klarinette, Fagott, Horn und Klavier op. 16 das längste Werk des Abends. Ein Stück des 22-jährigen Meisters, das seine Hochachtung vor Haydn und Mozart nicht verleugnet und dennoch bereits in der ausgedehnten langsamen Einleitung das Selbstbewusstsein eines Musikers anklingen lässt, der eigene Wege einschlagen will. Den fünf Aachener Musikern (auch dabei Oboist Arnd Sartor und Hornist Michael Roberts) gelang ein Balanceakt zwischen symphonischem Gewicht und tänzerischem Schwung. Das Konzert wird heute um 20 Uhr im Spiegelfoyer wiederholt.

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