Benefiz-Konzert im Dom: Außergewöhnliche Homogenität

Von: Thomas Beaujean
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Einzigartige Konzertkulisse: das Mendelssohn-Kammerorchester Leipzig im Dom. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Zum 31. Benefiz-Konzert zur Erhaltung des Aachener Doms hatten Michael und Michaela Wirtz das Mendelssohn-Kammerorchester Leipzig zusammen mit der renommierten Sopranistin Ruth Ziesak eingeladen.

Aus Anlass der Amtseinführung des neuen Bischofs am Morgen desselben Tages brannten noch die Kerzen im Barbarossaleuchter, so dass im Oktogon eine besonders festliche Atmosphäre herrschte.

Dass der Leiter eines Ensembles seine Musiker vom Cellopult aus führt, ist eine ausgesprochene Rarität. Peter Bruns, Leiter des 15-köpfigen, im Jahr 2000 gegründeten Kammerorchesters, tut das zusammen mit seinem Konzertmeister Gunnar Harms, ohne dass sich irgendwelche Reibungsverluste im Zusammenspiel feststellen ließen. Im Gegenteil.

Schon bei der einleitenden Ouvertüre G-Dur von Johann Ludwig Bach zeigte sich die außergewöhnliche Homogenität dieses historisch informiert spielenden Ensembles, das bei der Wiedergabe von Barockmusik auf Vibrato verzichtet und dieses später bei Mendelssohn nur sehr reduziert einsetzt.

Lebendig in Rhythmik und Artikulation musizierten die Leipziger Musiker die Tanzsätze aus dieser Suite im französischen Stil. Zwei Streichersinfonien ihres Namensgebers Felix Mendelssohn-Bartholdy bildeten eine weiteren Schwerpunkt des kurzweiligen Programms, Sinfonien aus einer Reihe, die der jugendliche Komponist im Alter von 12 bis 14 Jahren komponierte und die die phänomenale Frühbegabung Mendelssohns erkennen lassen.

Das Leipziger Ensemble spielte diese Musik mit rasanten Tempi in den schnellen Sätzen, mit einem Höchstmaß an Vitalität und Temperament und großer spieltechnischer Präzision, die mühelos über die etwas akademisch wirkenden langen Fugati der Komposition hinwegtrugen. Ruth Ziesak, die vielseitige Sopranistin, trat in diesem Konzert als Koloratursängerin auf: mit einer Motette von Antonio Vivaldi und Johann Sebastian Bachs Solo-Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“.

Was Vivaldi in der Motette „Nulla in mundo pax sincera“ der Sopranistin an Koloraturfertigkeit abverlangt, ist atemberaubend. Ruth Ziesak meisterte diese Aufgabe mit hinreißender Bravour, ebenso wie die berühmte Bach-Kantate mit ihrem hochvirtuosen Schluss-Halleluja. Mit federnder Motorik begleitete sie dabei das perfekt musizierende Orchester, während der Trompeter Gábor Richter eigene tonliche Glanzlichter setzte.

Begeisterter Beifall am Ende.

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