Würselen - Beikircher erklärt seit 25 Jahren den Rheinländer

Beikircher erklärt seit 25 Jahren den Rheinländer

Von: Gerhard W. Kluth
Letzte Aktualisierung:
5901848.jpg
So ist es, nur so kann es sein: Konrad Beikircher erklärt den Rheinländer. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Würselen. Seit 35 Jahren steht Konrad Beikircher jetzt auf der Bühne. Bei einem Ehepaar, sagt er, würde man dieses Jubiläum „Leinwandhochzeit“ nennen. Er nennt es „schräg“, feiert es – und alle feiern mit. Auch auf Burg Wilhlemstein in Würselen.

„Wo Sie jrad sagen“: Vier kleine Worte, mit denen Beikircher einen ganzen Kosmos aufbaut. Gut zwei Stunden dauert sein neuestes Programm – und immer wieder dieser Satz. Zwei Stunden, in denen er Rückschau hält, sich, manchmal ohne es explizit zu nennen, an seine Programme der letzten dreieinhalb Jahrzehnte erinnert. Die Geschichte etwa mit dem kleinsten Hauptwort der deutschen Sprache, das nur aus zwei Vokalen besteht: Das „Ei“ und wie es in den verschiedenen Gegenden in Deutschland ausgesprochen wird.

Immer wieder auch die Aussage „lass mich nicht lügen“. Dieser geniale kleine Winkelzug des Rheinländers, seinem Gegenüber die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben, sollte er die Unwahrheit sagen. Der Rheinländer „amfürsich“ hat eigentlich gar keinen Grund, über Beikirchers Geschichten zu lachen. Der 68-Jährige erzählt ja nur das, was man im Rheinland Tag für Tag erleben kann. Und trotzdem bleibt kein Auge trocken, das Zwerchfell wird fast überstrapaziert. Der „Zyschologe“ aus Südtirol seziert die Sprache und das Verhalten des Rheinländers und erklärt auch, warum es so und nur so sein kann. Es ist köstlich und entlarvend zugleich. Aber auch aktuelle Bezüge lässt Beikircher nicht aus. Etwa wenn er den Italienern in Tarent nachsagt, dass sie ja eigentlich Griechen seien, heute aber lieber nichts mehr davon wissen wollen. Oder wenn er behauptet, der NSA habe ihm schon vor Jahren seine Daten aus der kaputten Festplatte ausgelesen. Müsste nicht unbedingt sein, passt aber.

Für die Aachener hatte Beikircher dann auch noch ein paar besondere Streicheleinheiten parat. Nicht nur, dass er ihnen bescheinigt, mehr Rheinländer zu sein, als die Düsseldorfer und Kölner zusammen. Der Musikwissenschaftler attestiert ihm auch noch, die klangreichste Sprache in ganz Deutschland zu haben. Am Ende des Abends, erschöpft und erheitert, gab es auf die berühmte Frage „wie isset?“, die bei Beikircher auch immer wieder auftaucht, nur eine Antwort: Jot!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert