Aachen - Beide haben es Faust-dick hinter den Ohren

Beide haben es Faust-dick hinter den Ohren

Von: Mischa Wyboris
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Am Grenzlandtheater zuletzt auch in „Gretchen 89ff.” zu sehen: Karl Walter Sprungala. Foto: Lachmann

Aachen. „Mein Gott, Walter”, ist man geneigt zu sagen, das wurde aber auch Zeit: Der renommierte 53-jährige Aachener Schauspieler Karl Walter Sprungala wird am 9. Mai im Spiegelfoyer des Theater Aachen mit dem Kurt-Sieder-Preis ausgezeichnet.

Dabei ist der für das Grenzlandtheater nominierte Darsteller an der Seite von Elke Borkenstein in guter Gesellschaft. Die 1971 geborene Schauspielerin vom Ensemble des Stadttheaters erhält ebenfalls die mit 4000 Euro dotierte Auszeichnung der Kurt-Sieder-Stiftung.

Beide haben es gewissermaßen Faust-dick hinter den Ohren: Sprungala sei nicht zuletzt wegen seines Auftritts bei der Grenzlandtheaterproduktion „Gretchen 89ff.” zum Preisträger ernannt worden, bei Borkenstein sei es die Rolle als Margarete im „Urfaust” gewesen, erklärt Annette Bosetti. „Sie hat etwas Unzeitgemäßes, immer Widerständiges. Das ist sehr reizvoll”, begründet die Vorsitzende des Kuratoriums der Kurt-Sieder-Stiftung.

Als „ganz ungewöhnliche Persönlichkeit”, die das nötige „Gefühl der Berufung” zum Schauspielerdasein besitze, würdigt sie auch Michael Schmitz-Aufterbeck, Intendant des Stadttheaters. Dort ist Borkenstein derzeit in „Nathan der Weise”, „Die Dreigroschenoper”, „Der Stein” und „Taking Care of Baby” zu sehen. Nach ihrer Schauspielausbildung in Hamburg bekam sie zunächst ein Gastengagement am Staatstheater Oldenburg, bevor sie festes Ensemblemitglied am Theaterhaus Jena wurde und 2000 zum Theater Heilbronn wechselte. Seit der Spielzeit 2008/2009 ist sie festes Ensemblemitglied am Theater Aachen.

Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, wisse indes sehr gut, wie viel es Karl Walter Sprungala bedeute, in seiner Heimatstadt mit einem der höchstdotierten Theaterschauspielerpreise Deutschlands ausgezeichnet zu werden. „Er ist auch hinter der Bühne ein großer Gewinn”, sagt Brandt. Nach seinem Studium in Berlin war Sprungala unter anderem von 2002 bis 2005 Ensemblemitglied des Theater Aachen. Am Grenzlandtheater stand Sprungala, der seit 2005 als Freiberufler sowohl in Fernsehproduktionen als auch an verschiedenen Schauspielhäusern zu sehen ist, zuletzt in „Gretchen 89ff.”, „Völlig ausgebucht” und als Truffaldino in „Der Diener zweier Herren” auf der Bühne.

Mit dem Kurt-Sieder-Preis ehrt die gleichnamige, 2003 gegründete Stiftung in jedem Jahr „herausragende schauspielerische Leistungen” am Theater Aachen und am Grenzlandtheater. Die Preisgelder stammen aus dem zur Stiftung umgewandelten Vermögen der Eheleute Kurt und Gerda Sieder. Kurt Sieder war 1945 erster Nachkriegsintendant am Stadttheater und gründete 1950 das „Theater im Zimmer”, aus dem schließlich das Grenzlandtheater erwuchs.

Im heutigen Spiegelfoyer im Theater Aachen, wo Sieder vor 64 Jahren die Oper „Don Carlos” inszeniert hat, wird Karl Walter Sprungala und Elke Borkenstein am 9. Mai um 11 Uhr der siebte Kurt-Sieder-Preis verliehen. Beide Schauspieler bieten ein kleines Soloprogramm bei freiem Eintritt. Interessenten werden allerdings um Voranmeldung an der Theaterkasse gebeten (0241/4784244).
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