Beglückender Dialog zwischen zwei großen Musikern

Von: Thomas Beaujean
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Maastricht. Werke von Haydn und Mozart standen im Mittelpunkt des festlichen Tefaf-Konzertes innerhalb der Amati-Kammermusiktage im voll besetzten Theater an het Vrijthof in Maastricht.

Seine besondere Attraktivität erhielt dieses Konzert, das vom Talich Kammerorchester Prag bestritten wurde, durch die beiden Solisten der Sinfonia Concertante von Mozart: Gil Sharon, Konzertmeister des Limburgs Sinfonie Orkest und viel gefragter Kammermusiker, Violine, und Shlomo Mintz, einer der weltweit führenden Geiger, Bratsche.

Die Aufführung von Mozarts wunderbarer Kombination von Sinfonie und Konzert war denn auch der Höhepunkt einer rundum gelungenen Veranstaltung, die die hochwertige Reihe der Amati-Kammermusiktage krönte. Es entwickelte sich ein beglückender Dialog zwischen zwei profunden, perfekt zusammen musizierenden und aufeinander hörenden Musikern von ausgeglichener Qualität.

Da das Talich Kammerorchester, dezent geleitet von Shlomo Mintz, den beiden Solisten ein gleichwertiger Partner war, kam eine Aufführung aus einem Guss zustande, die keine Wünsche offen ließ. Das Talich Kammerorchester war ohne seinen Leiter und Gründer Jan Talich angereist und wurde von seinem Konzertmeister sicher angeführt. Die einleitende 8. Sinfonie „Der Abend” von Joseph Haydn zeigte die Qualitäten dieses Ensembles auf: große Disziplin des Strichtechnischen, Sauberkeit der Intonation und jugendliches Temperament eines überwiegend jungen Ensembles.

Da die Welle der historisierenden Aufführungspraxis Europas Osten noch nicht überschwemmt hat, war auch das Vibrato nicht verpönt, das bei den solistischen Partien der Sinfonie, die im Trio des Menuetts sogar den Kontrabass erfasste, besonders vom Konzertmeister ein wenig arg strapaziert wurde.

Schöne solistische Leistungen der Streicher und Bläser gab es auch im zweiten Teil in Mozarts Divertimento KV 251 und in Haydns Sinfonie Nr. 45 „Abschieds-Sinfonie”, bei der am Ende nur der Konzertmeister auf der Bühne zurückblieb, zu hören. Das waren Interpretationen auf hohem Niveau, die vom Publikum mit stehenden Ovationen gewürdigt wurden.
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