Beethoven, Schubert, Simons beim Kammerkonzert

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Gegensätzlicher lässt sich ein Programm kaum zusammenstellen. Schuberts versöhnliches „Forellen”-Quintett wird mit Beethovens knochenharter „Großen Fuge” konfrontiert, und im Zentrum wartete noch eine waschechte Uraufführung auf das Publikum des 3. Kammerkonzerts im wiederum voll besetzten Spiegelfoyer des Aachener Theaters.

Für Marijn Simons, Konzertmeister des Aachener Sinfonieorchesters, bedeutet Komponieren mehr als nur eine Ablenkung von Orchesteralltag. Um die 60 Werke stammen aus seiner Feder, und mit „Fnn´s Fantasy” für Viola und Ensemble op. 49 aus dem Jahre 2008 begab er sich in die Fußstapfen der inspirierten Kammermusiken Paul Hindemiths.

Eine zehnminütige, formal rhapsodisch freie Komposition mit ausdehnten Solo-Elegien, jazzig vitalen Teilen und einem in klärend-abgeklärtem Dur endenden Abgesang, die dem Solisten, Kollegen und Widmungsträger Andrew Simpson reichlich Gelegenheit bietet, die virtuosen und kantablen Möglichkeiten der Bratsche und seiner Kunst zu präsentieren. Das mit Piccoloflöte, Kontrafagott und Keyboard ungewöhnlich besetzte Ensemble wirkte freilich stark in den Hintergrund gerückt und könnte von Simons ein wenig aktiver ins Geschehen eingebunden werden. Dennoch viel Beifall für eine hörenswerte Uraufführung.

Nahezu ungetrübtes Vergnügen bereitete auch die frische, unkomplizierte und spieltechnisch untadelige Interpretation des berühmten „Forellen”-Quintetts von Franz Schubert mit Felix Giglberger an der Violine und Karina Sabac am Klavier. Nicht ganz so glücklich gelang Beethovens „Große Fuge” op. 133. Die Einleitung ließ jene zupackende Konsequenz vermissen, mit denen die nicht immer intonationssicheren Musiker den Hauptteil überstrapazierten. In dem dynamischen Einheitsforte verschwammen die Stimmverläufe, so dass das nach Strawinskys Einschätzung „zeitgenössischste Musikstück, das ich kenne” noch „moderner” klang als nötig.

Viel Beifall für ein interessantes Kammerkonzert, das Montagabend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt wird.
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