Aachen - Beethoven pur: Trio Wanderer bei Accordate

Beethoven pur: Trio Wanderer bei Accordate

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Sie sind inzwischen eine feste Größe in der Kammermusikreihe Accordate, die drei Musiker des Trios Wanderer: Vincent Coq, Klavier, Jean-Marc Phillips-Varjabédian, Violine, und Raphaël Pidoux, Violoncello.

Jetzt füllten sie mit einem reinen Beethoven-Programm den Krönungssaal im Aachener Rathaus bis auf den letzten Platz. Mit dem „Geistertrio“ D-Dur op. 70/1 und dem „Erzherzog-Trio“ B-Dur op. 97 boten sie zwei der schönsten und inspiriertesten Werke der Gattung aus Beethovens Feder und setzten zwischen diese beiden Schwergewichte mit den Variationen über ein Thema von Wenzel Müller „Ich bin der Schneider Kakadu“ einen leichteren Kontrapunkt.

Wieder einmal erlebten die Zuhörer ein Klaviertrio-Spiel in höchster Vollendung. Die traumwandlerische Sicherheit im Zusammenspiel, die spieltechnische Perfektion, die lupenreine Intonation der beiden Streicher, die Ausgewogenheit des Klangbildes: Das ist Kammermusik auf allerhöchstem Niveau. Dabei finden die drei Musiker für jedes der drei Werke den adäquaten Tonfall.

Die frischen Tempi und der rasante Schwung der Ecksätze bestätigen den trotz des „geisterhaften“ langsamen Satzes heiteren und unbeschwerten Grundcharakter des ersten Trios, während die Fahlheit des Largos durch besondere Klangeffekte des Klaviers und das dosierte Vibrato der Streicher jenen Eindruck vermitteln, der Beethovens Zeitgenossen an Geister denken ließ.

Die Kakadu-Variationen mit der pompösen langsamen Einleitung und dem heiteren Rondo am Schluss wirken fast übermütig, sind aber in ihrer phantasievollen klanglichen Differenzierung eine kompositorische Meisterleistung, die das Trio Wanderer auf überzeugende Weise zu vermitteln weiß. Selbst bei der Dominanz des Klavierparts im „Erzherzog-Trio“ mit seinem beinahe symphonischen Duktus und seinen breitflächigen Klangwirkungen gerät die Klangbalance mit den Streichern, die dem brillanten Klavierspiel des Pianisten eine höchst intensive Tongebung entgegensetzen, nie aus der Kontrolle.

Für die stehenden Ovationen des Publikums bedankten sich die drei Musiker mit der Zugabe des Finales von Beethovens erstem Klaviertrio.

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