Barocke Pracht im Krönungssaal

Von: Thomas Beaujean
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Sie gestalteten im Aachener Krönungssaal ein erstklassiges Accordate-Konzert: (von links) Giuliano Carmignola, Giampietro Rosato, Walter Vestidello und Dorothee Oberlinger. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Barocke Pracht“ war das Motto des zweiten Accordate-Konzertes, und die wurde in der Tat im ausverkauften Krönungssaal des Aachener Rathauses entfaltet. Vier Hochkaräter der Alte-Musik-Szene waren am Werk: die in Aachen geborene Blockflötistin Dorothee Oberlinger und mit dem Geiger Giuliano Carmignola, dem Cellisten Walter Vestidello und dem Cembalisten Giampietro Rosato drei Italiener, letztere vor allem in dem renommierten Ensemble für Alte Musik „Sonatori de la Gioiosa Marca“ aktiv.

Deutsche und italienische barocke Kammermusik stand auf dem Programm, Sonaten, Triosonaten, Duos von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach auf deutscher, und Nicola Mattei, Arcangelo Corelli und Antonio Vivaldi auf italienischer Seite.

Was die vier Musiker, vor allem aber die beiden Hauptprotagonisten Dorothee Oberlinger und Giuliano Carmignola hier an technisch perfektem, stilistisch kompetentem, temperamentvollen und vitalem Musizieren an den Tag legten, das war mitreißend und bei aller stilistischen Einseitigkeit spannend.

Spieltechnisch brillant

Da wurde höchst lebendig artikuliert, meist sehr trocken und kurz in den schnellen Passagen, da wurden sich die musikalischen Bälle zugeworfen, oft in spontan wirkender Freude an der spieltechnischen Brillanz des musikalischen Partners.

Da glänzte Dorothee Oberlinger mit aberwitziger Virtuosität bei den Verzierungen und Ornamenten in einer Sonate von Corelli. Und die klangliche Durchsichtigkeit und Lebendigkeit der Linienführung bei der Bearbeitung einer Orgel-Triosonate von Bach würde selbst der versierteste Organist nicht erreichen können.

Interessant, dass bei den beiden Streichern ein dosiertes Vibrato keineswegs verpönt war, auch nicht bei dem ausgezeichneten Cellisten Walter Vestidello, der nicht nur als versierter und eigene Akzente setzender Continuospieler glänzen konnte, sondern sich in einer Cello-Sonate von Vivaldi auch als Solist ins rechte Licht setzen konnte.

Wegen der mangelnden klanglichen Durchsetzungsfähigkeit seines Instrumentes in einem so großen Saal war beim Cembalisten Giampietro Rosato nur zu erahnen, dass auch er ein Meister seines Fachs ist. Dem hingerissenen Publikum boten die vier als Zugabe zwei Sätze aus einer weiteren Triosonate von Bach.

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