Herzogenrath - Bahnhof Eurode Herzogenrath stellt Werke von Wolfgang Nestler aus

Bahnhof Eurode Herzogenrath stellt Werke von Wolfgang Nestler aus

Von: eho
Letzte Aktualisierung:
11557776.jpg
Schwerkraft außer Kraft gesetzt? Zumindest wirken die schwebenden Skulpturen von Wolfgang Nestler so. Fritz Rohde, Leiter des Forums für Kunst und Kultur Herzogenrath im Eurode Bahnhof zeigt ab Sonntag eine Auswahl von Werken des Aachener Künstlers. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Über der Ecke eines von Arbeitsspuren übersäten Eisentisches, auf dem im Schweiße des Meisters vermutlich Hunderte von Skulpturen entstanden sind, setzt eine gewinkelte Flachstahlstange die Gravitation außer Kraft – zumindest scheint es so: Das Metallstück schwebt, nur von einem eisernen Dorn unterstützt, waagerecht außerhalb des Tisches, statt herunterzufallen.

Das ist eine dieser typischen „Schwebeplastiken“ des Aachener, in Kalterherberg lebenden Bildhauers Wolfgang Nestler, mit denen er seit Jahrzehnten die Kunstwelt verblüfft. Das Forum für Kunst und Kultur im Eurode Bahnhof Herzogenrath zeigt von Sonntag, 17. Januar, bis zum 28. Februar eine Auswahl seiner Werke. Der Eisentisch mit der schwebenden Stange stammt aus dem Jahr 1980.

„Kraft, die niemand fürchtet“ lautet der poetische Titel einer Ausstellung von faszinierenden Objekten, die grundlegende, absolut gegensätzliche Phänomene wie Masse, Gewicht, schweres, rohes, rostiges Material und filigrane Leichtigkeit auf spannendste Weise in sich vereinen. „Das alles ist eine einzige Ode an die Mechanik“, sagt der Leiter des Ausstellungshauses Eurode Bahnhof, Fritz Rohde. „Wolfgang Nestler ist der Galileo Galilei der Kunst.“ Rohde muss es wissen: 28 Jahre lang war er Professor für Wasserenergiewirtschaft an der RWTH Aachen.

Der zweifache „documenta“-Teilnehmer (1977 und 1987) Nestler spielt mit den Prinzipien der Mechanik, mit Massen und Schwerpunkten. Hunderte Kilogramm schwere, runde, eiserne Herdplatten hat er mit einem dünnen Stahlseil an einem hölzernen Dachträger aufgehängt.

Ständig in Bewegung

Das Teil steht niemals still, ist – kaum merklich, aber deutlich genug – ständig in schwingender Bewegung. Ein massiver, gebogener Eisenblock erscheint monumental und nur unter Aufbietung größter Kräfte beweglich – doch ein kleiner Stups mit dem Finger reicht aus, ihn aus der Balance zu bringen.

Die Vita des 72-jährigen Düsseldorfer Meisterschülers von Erwin Heerich, langjährigen Kunstprofessors und Fans der isländischen Natur und Pferdewelt, der vor über 35 Jahren im kältesten Ort der Eifel seine islandaffine Heimat gefunden hat, sie platzt rein listenmäßig aus allen Nähten, was Kunstpreise, Einzel-, und Gruppenausstellungen, Monografien und sonstige Sammelschriften angeht. Ein echter Klassiker also, zumal ein Kind unserer Region, dem man im Eurode Bahnhof jetzt in einer kleinen, aber sehr feinen Ausstellung, verbunden mit vielen Reminiszenzen, begegnen kann.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert