Backer-Ausstellung in Aachen: Feine Gesellschaft begeistert

Von: Sabine Rother
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Peter van den Brink, Leiter des Suermondt-Ludwig-Museums, und Kuratorin Sylvia Böhmer freuen sich über die Zahl von bereits über 700 ausgewerteten Fragebögen. Die Sammelbox in der Jacob-Backer-Ausstellung muss täglich geleert werden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die feine Gesellschaft seiner Zeit gibt sich noch bis zum 7. Juni im Suermondt-Ludwig-Museum Aachen die Ehre: „Der große Virtuose: Jacob Backer (1608/09-1651)” hat sie alle in ihren feinsten Stoffen, Pelzen und kostbarsten Juwelen gemalt.

Seit Mai beherrscht das Bildnis einer sehr souverän blickenden jungen Dame in der prächtigen Robe aus hellem Damast die Plakatwände der Stadt: „Die Resonanz ist wirklich großartig, unser Besucherbuch füllt sich, und die Box, in der wir die Fragebögen sammeln, muss jeden Tag geleert werden”, schwärmt Museumsleiter Peter van den Brink.

Rund 12.000 Besucher konnte man bereits zählen, und nun gibt es für alle Interessierten gleich eine doppelte Chance: Dank einer Sponsorenspende ist am 15. Mai sowie am Donnerstag, 4. Juni, das Museum in der Zeit von 18 bis 22 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

„Einfach wunderbar”

„Wir freuen uns sehr darüber, denn so hat wirklich jeder, der sich diese wunderbare Kunst ansehen möchte, die Gelegenheit dazu”, betont der Museumschef. Die Kommentare im Besucherbuch sprechen eine deutliche Sprache - Backers Kunst beeindruckt und bewegt, seine Porträts, die in der geschickt ausgeleuchteten und räumlich sehr luftig gestalteten Ausstellungshalle gut zur Geltung kommen, leben in Aachen auf.

„Einfach wunderbar! Ach könnte ich doch nur in Aachen bleiben”, schrieb so ein Besucher im März. „Kommen, sehen, staunen”, fasste ein anderer seine Bewunderung in drei Worte, und Florian sagt: „Es gefällt mir super schön!” und sogar ein „Johannes Heesters” ist unter den Bewunderern Backers.

Und immer wieder gilt der Dank auch den fachkundigen Führungen, von denen viele Museumskuratorin Sylvia Böhmer übernimmt: „Es wurden noch nie so viele Gruppen angemeldet, auch aus dem benachbarten Ausland”, berichtet sie. Vereine und Firmen, die Hochschulen, die Parteien - alle zeigen sie Interesse.

„Meine Führungen dauern immer länger als geplant”, gesteht van den Brink, der bei Backer gern ins Erzählen kommt. Bei ihm hat er sich - trotz der komplexen Arbeit als Museumschef - wieder einmal in die Forschung vertieft und eine Menge herausgefunden.

„Die Bilder sind in einem sehr guten Zustand”, schwärmt er und erinnert sich noch gut an die Entdeckung eines Backer-Porträts in einem winzigen Reimser Museum, das man bisher noch nicht besucht hatte. „Es ist der Mann, den man auch im Doppelporträt des 62-jährigen Ehepaares sieht”, erzählt van den Brink.

Offenbar wurde das Einzelporträt zusätzlich angefertigt. Es stammt aus Los Angeles, der dortige Händler hat es bei einer Auktion in Chicago ersteigert, nachdem es der Verkäufer in den 70er Jahren bei einem Verkauf von Objekten aus dem MGM-Studios erworben hat. „Die haben das Backer-Bild in den 30er Jahren gekauft, als Filmdekoration”, hat van den Brink herausgefunden. „Jetzt müssen wir bei allen alten, von Metro Goldwyn Mayer produzierten Filmen aufpassen, ob wir es mal entdecken.”

Neuentdeckungen gibt es auch im nächsten Jahr - in der mit Spannung erwarteten Schau zu Hans von Aachen (11. März bis 13. Juni 2010), aber auch bei der „zweiten Runde” mit Bilder-Leihgaben der Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz im April 2010. Zehn Bilder reisen ab, 13 neue Leihgaben ziehen für vier Jahre in Aachen ein. Rembrandts „Junger Mann” (Peter und Irene Ludwig Stiftung), auf den man sehr stolz ist, erhält im Kabinett neue Gesellschaft. Peter van den Brinks großer Wunsch: „Der Mann mit dem Goldhelm”.

„Der große Virtuose: Jacob Backer (1608/09-1651)”, Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, Wilhelmstraße 18. Bis 7. Juni, Di.-Fr. 12-20 Uhr, Sa./So. 11-18 Uhr geöffnet. Katalog 47,95 Euro. Sonderaktion: freier Eintritt am 15. Mai und 4. Juni in der Zeit von 18-22 Uhr. Infos 0241/479800.

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