Aachen - Autohupen sorgen für den richtigen Pep im Sinfoniekonzert

Autohupen sorgen für den richtigen Pep im Sinfoniekonzert

Von: Pedro Obiera
Letzte Aktualisierung:
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Das passt zum Konzert im Institut für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen: der Einsatz von Hupen. Gespielt wurde aber nicht nur mit Orchesterhupen, sondern auch mit echten Autohupen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Erfolg von „Einsteins Musicbox“ im Audimax der RWTH und die damit verbundenen guten Beziehungen zwischen dem Aachener Sinfonieorchester und der Hochschule tragen weitere Früchte. An vier Abenden geht das Orchester unter dem Titel „Music Lab“ in Institute und verhilft den oft im Verborgenen agierenden Forschungszentren zu einer Prise öffentlicher Präsenz.

Lutz Eckstein, Direktor des Instituts für Kraftfahrzeuge (KFI) nahm das Angebot dankbar an und öffnete sein „Labor“ an der Steinbachstraße mit Freuden den Musikern. Eckstein, in der Jugend begeisterter Kontrabassist, stellte im ersten Konzert der Reihe selbst Bezüge zwischen Musik und Kraftfahrtechnik her, arbeitet man in Aachen doch intensiv an sicherheitswirksamen Klangdesigns für an sich geräuschlose Elektro-Autos.

Im Vorraum ging es alles andere als geräuschlos zu. Ein Schlagwerker-Quartett eröffnete den Abend mit Ligetis Prélude für zwölf Autohupen aus seiner Oper „Le Grand Macabre“, bevor die vier Musiker zu diversen Stab- und anderen Schlaginstrumenten schritten und die Bekenntnisse eines „Used Car Salesmans“, also eines Gebrauchtwagenhändlers, mit rhythmischem Pep zum Ausdruck brachten.

Autohupen, diesmal keine Orchesterhupen, sondern authentische, aus realen Autos ausgebaute Hupen, spielten dann noch einmal eine Rolle in einem kurzen Satz aus der „Symphonie 3.0“ des überschätzten Musik-Clowns Moritz Eggert. Ein Stück, das bei weitem nicht die ironische Präg-nanz von Ligetis pointierter Miniatur erreichen konnte.

Der Abend stand in Anlehnung an die Spielstäte unter dem Motto „Orchester bewegt“. Bezüge zu motorischen Bewegungsabläufen in der Musik gibt es zuhauf. Natürlich auch im Minimalismus, wenn dort auch oft monoton. Und wenn Kazem Abdullah Philip Glass‘ „Company“ auch noch so saftlos musizieren lässt, entsteht eine schroffe Diskrepanz zu den motorisierten, teilweise bis aufs Chassis skelettierten Kraftmaschinen, die die Besucher umgaben.

Besser war es nach der Pause um Beethovens 8. Symphonie bestellt. Die „Achte“ ist Beethovens kleinste und auf den ersten Blick charmanteste Symphonie, die aber auch Krallen zeigt. Und das wurde in Abdullahs Interpretation vor allem in den Ecksätzen deutlich.

Trotz der originellen, wenn auch nicht durchweg hochwertigen Programmzusammenstellung weckte der Abend Neugier auf die Fortsetzung der Reihe. Es wäre wünschenswert, wenn sich dann auch mehr Studenten unter die Zuschauer mischen würden. Weiter geht es am 3. November mit „Raumklängen“ im Werkzeugmaschinenlabor (WZL) an der Steinbachstraße 25.

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