Ausstellung zeigt Geschichte der Filmkostüme

Von: dpa
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Alexander Buchholz präpariert im Filmmuseum in Düsseldorf ein Abendkleid von Sydne Rome, die dieses in der Rolle der "Cilly" im Spielfilm "Schöner Gigolo, armer Gigolo" (1978) getragen hat. Eine Ausstellung im Düsseldorfer Filmmuseum unter dem Titel "Filmkostüme!" begibt sich von 11. Juli bis zum 4. Oktober auf Spurensuche in der Kostümausstattung der vergangenen 100 Jahre. Foto: dpa

Düsseldorf. Ein goldbesticktes hellblaues Abendkleid in Größe 32 für Romy Schneider oder eine kurze Kinderlederhose im Film „Das Wunder von Bern” - für Kostüme in deutschen und internationalen Filmen ist die Berliner Firma Theaterkunst GmbH erste Adresse.

Eine Ausstellung im Düsseldorfer Filmmuseum unter dem Titel „Filmkostüme!” begibt sich von Samstag an bis zum 4. Oktober auf Spurensuche in der Kostümausstattung der vergangenen 100 Jahre. Fast 40 Anzüge, Kleider und Uniformen, die berühmte Schauspieler wie Mario Adorf, Senta Berger, Gustaf Gründgens, Marlene Dietrich, Curd Jürgens, aber auch David Bowie und Winona Ryder in erfolgreichen Filmen trugen, haben die Ausstellungsmacher zusammengetragen.

Nebenbei bietet die Schau auch einen Querschnitt erfolgreicher Produktionen seit dem Zweiten Weltkrieg von „Good bye, Lenin!” (2003) über „Der Himmel über Berlin” (1987), „Das Geisterhaus” (1993), „Lola” (1981) bis hin zu „Des Teufels General (1955) und „Die schöne Lügnerin” (1959). Nicht zuletzt spiegelt die Geschichte der Firma Theaterkunst, die 2007 ihr 100-jähriges Bestehen feierte, die Höhen und Tiefen der deutschen Geschichte wieder.

Nicht nur Kleider und Anzüge, auch römische Legionärsrüstungen, Orden und Accessoires stellt die Firma her. Ältestes Stück der Ausstellung ist ein Paar Schnürstiefel aus dem Jahr 1910, die in einem Stummfilm eine der ersten Filmdetektivinnen trug. Im DDR-Look kommt ein brauner Samtanzug mit leichtem Fischgrätmuster daher, den Sebastian Koch in der Rolle des Georg Dreymann in „Das Leben der Anderen” (2006) trug.

Die Suche nach den Kostümen war eine komplizierte Angelegenheit. Immerhin hat Theaterkunst einen Fundus von mehr als 10 Millionen Kostümteilen und rund 2,3 Millionen Accessoires. „Zwei Jahre hat eine Mitarbeiterin mit Hilfe alter Geschäftsunterlagen gesucht”, sagt die Geschäftsleiterin der Hamburger Niederlassung, Martina Timm. Denn an den gelagerten Kostümen aus älteren Filmen hingen früher keine Schildchen mit Angaben, wer sie getragen hat. Die Mitarbeiter der Firma schauten zahllose Filme an und verglichen die Kostüme mit den Originalen.

Aus Filmen vor dem Zweiten Weltkrieg sind indes kaum Kostüme erhalten. Bomben zerstörten 1943 das Lager und die Werkstätten des Unternehmens.

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