Aparte Werke und flexible Musiker beim vierten Kammerkonzert

Von: Pedro Obiera
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Aachen. Über krankheitsbedingte Programmänderungen freut sich niemand. Im Falle des vierten städtischen Kammerkonzerts ergab sich jedoch aus der Not ein noch bunteres Programm als geplant.

Von Bach bis Debussy reichte die Spannweite, ein abwechslungsreiches Instrumentarium von der Oboe d’amore bis zum Violoncello sorgte für eine alles andere als eintönige Werkfolge. Fünf kleinere, aber ausgesprochen aparte Werke für verschiedene Besetzungen standen auf dem Programm.

Den exotischsten Beitrag leistete Bianca Gleisner, die Schumanns ursprünglich für Klarinette vorgesehene Fantasiestücke op. 73 in einer Fassung für die barocke Oboe d’amore vortrug. Da konnte sich die tüchtige Oboistin noch so bemühen: Mit der Wandlungsfähigkeit eines Klarinettentons konnte das von Bach geschätzte Instrument nicht mithalten. Da hatte es David Kindt leichter, der Schumanns Oboen-Romanzen op. 94 auf der Klarinette blies. Und das so facettenreich, dass Stimmung und Kolorit der feinsinnigen Charakterstücke zu ihrem Recht kamen.

Eröffnet wurde der Abend mit der Sonate in e-Moll für Flöte und Klavier BWV 1034, die bei der sachlich agierenden, aber sauber phrasierenden Flötistin Stefanie Faust gut aufgehoben war. Und das einsätzige 1. Klaviertrio von Sergej Rachmaninow verbreitete jenes großräumige rhapsodische Aroma, das diese melodiengesättigte Elegie braucht. Nicht zuletzt dank der drei Interpreten Vassili Voronin (Violine), Claudius Wettstein (Violoncello) und Galina Ryzhikova.

Einen glänzenden Eindruck hinterließen zum Abschluss der Cellist Daniel Wenzel und Matthias Rein am Klavier mit Debussys knapper, aber mit etlichen Finessen und Überraschungen gespickter Cello-Sonate, die den Interpreten neben ausgereifter spieltechnischer Versiertheit ein hohes Maß an stilistischer Flexibilität abverlangt, was beiden souverän reagierenden Musikern keine Probleme bereitete. Viel Beifall für ein Musikerlebnis auf beachtlichem Niveau. Das Konzert wird heute Abend um 20 Uhr im Spiegelfoyer des Theaters wiederholt.

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