Anna Depenbusch: Große Melodien, kleine Schlenker

Von: Stefan Schaum
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Charmeoffensive mit strahlendem Lächeln: Anna Depenbusch auf Burg Wilhelmstein. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Sehr schön, was sie da macht. Vielmehr: wie sie es macht, die Anna Depenbusch. Bei ihrer Premiere auf der Burg Wilhelmstein in Würselen-Bardenberg startet die Hamburgerin mit umwerfenden Songs und toller Band die ganz große Charme-Offensive.

Strahlend betritt die 39-Jährige die Freilichtbühne, deren Hintergrund von einer Lichterkette gesäumt wird wie ein Zirkuszelt. Das passt. Denn die Musik von Anna Depenbusch hat ihre Wurzeln zwar im Pop und Chanson, doch weht immer mal wieder ein Hauch von Jahrmarkt und Varieté durch ihre Lieder. Die kommen selbst dann leichtfüßig rüber, wenn der Text mal etwas schwermütiger wird. Sie sei halt eine Optimistin, sagt Anna Depenbusch über sich selbst, und ihr breites Lächeln, das sie während des ganzen Abends präsentiert, spricht sehr dafür.

Glockenklar und kraftvoll

„Herzlich willkommen auf meiner Burg“, begrüßt sie keck die Zuschauer und freut sich sichtlich darüber, wie gut sie ihr Publikum hier im Blick hat. Spielfreudig packt sie vor allem die Songs des aktuellen Albums „Das Alphabet der Anna Depenbusch“ aus, das sie nahezu komplett darbietet. Große Melodien mit vielen kleinen Schlenkern hält sie bereit. Immer dann, wenn ein Song zu sehr in Richtung Pop geht, baut sie Überraschungen ein und lässt ihre Stimme unerwartete Bögen schlagen. Überhaupt, die Stimme: glockenklar ist die und kraftvoll zugleich, auch live trifft Anna Depenbusch jeden Ton. Dabei habe sie die Songs ja nicht mal selbst geschrieben, wie sie ihr Publikum in einer ihrer Plaudereien wissen lässt. Die seien ihr einfach so zugeflogen! „Manchmal sitze ich stundenlang allein am Klavier und zeige Bereitschaft, damit endlich einer der Songs aus dem Kosmos auf mich runterpurzelt.“ Diese schnurrige Anekdote darf bezweifelt werden, denn diese Songs schüttelt man nicht einfach mal so hin, selbst wenn sie noch so herrlich locker hingeschüttelt klingen.

Ihr Handwerk versteht auch die Band, die hinter Anna Depenbusch agiert. Vor allem Anne de Wolff heimst immer wieder Szenenapplaus ein und arbeitet sich im Lauf des Abends durch ein beachtliches Instrumentarium aus Akkordeon, Vibraphon, Posaune, Bratsche, Cello und mehr. „In ihrer Ecke wird die Magie gemacht“, lobt Anna Depenbusch ihre Kollegin. Furios auch das minutenlange Solo, mit dem Gitarrist Ulrich Rode den Song „Engel“ von Depenbuschs erstem Album krönt. Bassist Oliver Karstens und Schlagzeuger Sönke Reich legen für all das das Fundament.

Mitunter bleibt Anna Depenbusch aber auch ganz allein auf der Bühne und sitzt dann am Klavier oder greift zur Ukulele. Den herrlich-albernen Beziehungsschunkler „Tim liebt Tina“ präsentiert sie auf diese Weise oder – ganz zum Abschluss, bei der zweiten Zugabe – das Stück „Tretboot nach Hawaii“. Noch einmal singt das Publikum mit, dann ein herzlicher Abschied. Schön war‘s.

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