Aachen - Altbewährtes, neue Wege und eine kleine Revolution

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Altbewährtes, neue Wege und eine kleine Revolution

Von: Jenny Schmetz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Schön, dass es in einer immer hektischer und unübersichtlicher werdenden Welt solche Konstanten gibt wie das Grenzlandtheater Aachen.

Da weiß man, was einen erwartet - auch in der kommenden Saison: Theater für das Publikum, eine ausgewogene Stück-Mischung von Klassiker, Komödie und Kammerspiel sowie sehr, sehr viele Zuschauer. Das schließt Überraschungen dennoch nicht aus.

Hervorragende Zahlen: Intendant Uwe Brandt kann auf der Erfolgswelle von Vorgänger Manfred Langner weitersurfen. Sein kaufmännischer Geschäftsführer Hermann Fuchs präsentierte bei der Spielplanvorstellung die für das 218-Plätze-Haus in der Elisen-Galerie gewohnt überragenden Ergebnisse: 2010 lag man mit einer Auslastung von 98,6 Prozent nur ein klitzekleines bisschen unter Langners letzter Marke. Dieser hatte sich nach der Saison 2008/2009 mit 98,9 Prozent verabschiedet.

Aber Brandt hat auch mehr spielen lassen: Mit 420 Aufführungen in Aachen und auf Abstechern in der Region wurden 92 121 Zuschauer (2009: 87 957; 2008: 85 144) erreicht, davon etwa ein Drittel über den freien Verkauf. Rund 6700 Abonnenten (2008: 5925) zählt das Grenzlandtheater. „Wir haben mehr als 400 Anwärter auf unserer Abo-Warteliste stehen”, sagt Brandt. Zurzeit gebe man aber keine neuen Abos heraus, um auch jüngeren Zuschauern den Besuch zu ermöglichen. Der Intendant macht Hoffnung: „An der Kasse kriegt man oft noch eine Karte. Einfach versuchen!”

Start: Los geht Brandts dritte Saison Mitte August mit der bösen englischen Komödie „Genug ist nicht genug”. Widerling Erich feiert Geburtstag - und keiner will kommen. Den „Kotzbrocken” spielt Frank Voß, in der Elisen-Galerie ist er gerade als Regisseur mit „Dinner für Spinner” erfolgreich.

Komödie: Amüsant und pointiert soll auch die Fortsetzung der E-Mail-Romanze von Bestsellerautor Daniel Glattauer werden. Nach „Gut gegen Nordwind” haben viele Zuschauer gefragt, ob es weitergeht, sagt Brandt. Ja, es geht: mit „Alle sieben Wellen”.

Klassiker:Auch bekannte Schullektüre darf nicht fehlen. Etliche Ehe- und Familienprobleme versprechen Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden” und Martin Walsers Novelle „Ein fliehendes Pferd” in einer Bühnenversion.

Musical: Bei der musikalischen Produktion setzt Brandt ebenfalls auf einen Klassiker. „Der Mann von La Mancha”, ein Broadway-Erfolg der 60er Jahre, basiert auf dem Roman „Don Quijote” von Miguel de Cervantes. „Die kleine Sardinenbüchse hier wird zum Kerker”, erzählt Brandt. Auf der schmalen Bühne sollen die Musiker dann auch singen und schauspielern.

Krimis: Gleich zwei Stücke zum Mitzittern und Mitraten hat Brandt diesmal im Programm: „Das Verhör” von John Wainwright wird Ende Januar uraufgeführt, bekannt sind die französische Verfilmung des Psycho-Dramas mit Lino Ventura und Michel Serrault sowie das US-Remake mit Morgan Freeman und Gene Hackman. Spannend soll die Saison auch enden: mit dem Thriller „Mörderische Phantasien” des Kanadiers Bernard Slade.

Projekt: „Ganz andere Wege gehen” will Brandt mit einem „Theaterabend zum Nachdenken über die Vergesslichkeit”. Mit eigenen Recherchen zum Thema älter werden und Demenz möchte er das Stück „Im Stillen” von Clemens Mädge ergänzen, das 2009 am Hamburger Schauspielhaus erstaufgeführt wurde.

Regisseure: Brandt setzt auf bewährte Namen. Er selbst inszeniert den Saisonstart, gemeinsam mit Dramaturgin Anja Junski das Glattauer-Schauspiel und engagiert sich im Demenz-Projekt. Die Macher des Riesen-Erfolgs „Die drei von der Tankstelle” (die Hits sind auf CD für zehn Euro an der Theaterkasse erhältlich) übernehmen das Musical: Ulrich Wiggers (Regie) und Stephan Ohm (musikalischer Leiter). Wiggers wird zudem Millers „Handlungsreisenden” in Szene setzen, Harald Demmer Walsers „Ein fliehendes Pferd”.

Junges Theater: Als mobile Produktionen werden „Die Leiden des jungen Werther” nach Goethes Briefroman (ab Oktober buchbar) und „Die Geschichte von Lena”, ein Stück zum Thema Mobbing, (ab März 2012) gezeigt.

Karten: Neben allen Traditionen kündigt der Intendant dann doch noch „eine für das Grenzlandtheater fast revolutionäre Neuigkeit” an: ein Ticket-System mit weiteren Vorverkaufsstellen. Karten bekommt man ab 1. August nicht nur an der Theaterkasse, sondern zum Beispiel auch in den Geschäftsstellen des Zeitungsverlags Aachen. Über die neue Theater-Homepage sind Tickets dann sogar online zu bestellen. Aber auch hier gibt es eine Konstante: „Unsere Preise bleiben stabil”, verspricht Brandt.

Die Premieren der Spielzeit 2011/2012

„Genug ist nicht genug” Komödie von Nick Walsh (Mitte August bis Ende September 2011)

„Tod eines Handlungsreisenden” Schauspiel von Arthur Miller (Ende September bis Anfang November)

„Alle sieben Wellen” Schauspiel von Daniel Glattauer (Ende Oktober bis Mitte Dezember)

„Der Mann von La Mancha”Musical von Dale Wasserman, Mitch Leigh und Joe Darion (Mitte Dezember bis Anfang Februar 2012)

„Das Verhör” (Uraufführung)Kammerspiel von John Wainwright (Ende Januar bis Mitte März)

„Im Stillen” Stück von Clemens Mädge (Anfang März bis Mitte April)

„Ein fliehendes Pferd” Schauspiel von Martin Walser und Ulrich Khuon (Mitte April bis Ende Mai)

„Mörderische Phantasien” Krimi von Bernard Slade (Ende Mai bis Anfang Juli)

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