Aachen - Alles andere als ein musikalisch fröhlicher Start ins neue Jahr

Alles andere als ein musikalisch fröhlicher Start ins neue Jahr

Von: Thomas Beaujean
Letzte Aktualisierung:

Aachen. WorldBrass – das klingt ziemlich selbstbewusst und anspruchsvoll, ist aber wohl weniger auf die eigene Qualitätseinschätzung bezogen als auf die Herkunft der elf Musiker, die zum Neujahrskonzert in der Reihe der Aachener Meisterkonzerte mit vier Trompetern, einem Hornisten, vier Posaunisten und einem Tubisten plus Schlagzeuger antraten, die aus neun verschiedenen Ländern stammten.

Es sollte kein Neujahrskonzert im üblichen Sinne werden, voller Walzerseligkeit und beschwingten Tänzen. Im Gegenteil: Nach den eingangs gespielten, mit ihrer Gegenüberstellung von Ober- und Unterchor sehr authentisch klingenden vier Tänzen aus Michael Praetorius‘ „Terpsichore“ bot das Ensemble mit „Skrill“ des schottischen Zeitgenossen Tom Harrold ausgesprochen harte Kost, die manchen Zuhörer zu ersten Rückzugsgedanken veranlasste, die dann in der Pause verwirklicht wurden.

Die harmonische Härte und klangliche Grellheit dieser Musik hatte nun gar nichts zu tun mit fröhlichem Start ins neue Jahr. Danach wurde es gefälliger. Ob Claude Debussys Klavierstück „Clair de lune“ die geeignete Vorlage für ein Blechbläserarrangement ist, mag dahingestellt sein. So butterweich mit verschiedenen Dämpfern geblasen wie von WorldBrass bereitete das stimmungsvolle Stück aus der „Suite bergamasque“ Vergnügen.

Handfester ging es zu bei einem Arrangement von vier Sätzen aus Edvard Griegs erster Peer Gynt Suite, bei denen das Ensemble seine differenzierte Klangkultur, Homogenität und Sauberkeit der Intonation in vorbildlicher Weise demonstrieren konnte. Arrangements und Originalstücke, die für WorldBrass geschrieben wurden, bestimmten auch den zweiten Konzertteil. Da darf der bekannte holländische Blechbläserkomponist Jan Koetsier nicht fehlen, der eine „hymnische Fantasie“ für das Ensemble komponiert hat. Der Österreicher Lorenz Raab hatte dem Ensemble Jazziges auf den Leib geschrieben.

Zwei Chansons, die Edith Piaf berühmt gemacht haben, gewannen im Bläsergewand einen eigenen Charme. Ehe sich die Musiker bereitwillig zu drei Zugaben bitten ließen, gab es noch vier Sätze aus den „Sacred Concerts“ von Duke Ellington. Ein Abend mit Blechbläsermusik auf exzellentem Niveau. Der gesamte Ablauf wurde charmant moderiert von dem kanadischen Posaunisten Shawn Grocott.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert