Accordate-Konzert: Großer Abend voller Raritäten

Von: Thomas Beaujean
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Sie begeisterten das Publikum im Krönungssaal des Aachener Rathauses beim Accordate-Konzert: (von rechts) Nils Mönkemeyer, Ralph Manno und Anthony Spiri. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Man könnte ja meinen, dass es für eine kammermusikalische Formation in der seltenen Besetzung Bratsche, Klarinette und Klavier nicht genügend Originalliteratur gibt, um einen ganzen Konzertabend zu füllen.

 Nils Mönkemeyer, Viola, Ralph Manno, Klarinette, und Anthony Spiri, Klavier, belehrten das Publikum der Kammermusikreihe Accordate im wieder einmal voll besetzten Krönungssaal eines Besseren. Und wenn drei Ausnahmekönner wie diese sich zu dieser Formation zusammentun, dann wird daraus ein ganz großer Abend mit einer Perfektion des Zusammenspiels, die um so erstaunlicher ist, als es sich dabei ja nicht um eine feste Besetzung wie bei einem Streichquartett handelt.

So hörte man an diesem Abend Raritäten der Kammermusik, von denen das bekannteste Werk noch Mozarts Kegelstatt-Trio war. Robert Schumann hat der Bratsche zwei kleine Zyklen gewidmet: die Märchenbilder op 113 ausschließlich mit Klavierbegleitung, und die Märchenerzählungen op. 132 in der Triobesetzung mit Klarinette. Bei beiden Zyklen mit jeweils vier Charakterstücken handelt es sich um inspirierte, hochromantische Musik mit zwei beziehungsweise drei gleichberechtigten Partnern, die in den drei Musikern geradezu ideale Interpreten fand.

Warmer Bratschenton

Dabei korrespondierte der warme Bratschenton Mönkemeyers vorzüglich mit Mannos variablem und beweglichem Spiel. Faszinierend war die geradezu jungenhafte Körpersprache der drei Musiker, die ihre große Freude am gemeinsamen Musizieren verriet.

Dass Anthony Spiri ein vorzüglicher, den beiden Kollegen in puncto Spontaneität und Spielperfektion in nichts nachstehender Musiker ist, das war schon erkennbar geworden bei den eingangs gespielten drei der acht Stücke für Klarinette, Viola und Klavier von Max Bruch. Schon bei diesen im besten Sinne schönen Stücken deutete sich an, dass dieser Konzertabend ein außergewöhnlicher sein würde.

Mozarts Kegelstatt Trio für Klarinette, Viola und Klavier ist einer heiteren Laune entsprungen. Der durchweg unbeschwerte Duktus des Stückes lädt ein zu entspanntem, dabei teilweise hochvirtuosem Spiel, bei dem sich die drei Partner die motivischen Bälle gekonnt zuwarfen. So fanden denn die drei originellen Sätze durch die drei Musiker eine perfekte, mitreißende Wiedergabe, deren Impulsivität auf das Publikum übersprang.

Die größte Rarität des Abends war die Sonatine für Klarinette und Klavier des Tschechen Bohuslav Martinu, dessen Musik hierzulande viel zu selten aufgeführt wird. Ralph Manno und Anthony Spiri hatten offenbar ihre helle Freude an dieser rhythmisch pointierten, spielerischen Musik, die sie mit Verve und Brillanz einem begeisterten Publikum servierten. Als Zugabe spielten die drei noch eine Rumänische Melodie aus dem Zyklus von Max Bruch.

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