Abschlusskonzert und Preisverleihung beim Festival „ClaviCologne“ in Aachen

Von: P.Ob.
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Die Preisträger beim „ClaviCologne“-Wettbewerb: Antonio Bernardo de Quirós, Diana Lizura, Eva Gevorgyan, Olga Zarytovska und Enrico Noel Czmarek (von links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eine intensive, arbeits- und aufschlussreiche Woche liegt hinter den über 120 jungen Pianisten, Dozenten und Juroren, die aus 33 Ländern nach Aachen angereist waren. „ClaviCologne“, das im letzten Jahr in Köln gegründete Klavierfestival, erfüllte Aachen, aber auch Köln, Eupen und Maastricht mit Konzerten der Dozenten und Masterclass-Teilnehmer.

Die Meisterkurse und ein groß angelegter Wettbewerb bildeten das Herz der von den Professoren Andreas Frölich und Alexander Zolotarev betreuten Festtage, die mit zwei Preisträger- und Masterclass-Konzerten zu Ende gingen.

Beide Konzerte strahlten eine Balance von manueller Versiertheit und musikalischer Hingabe aus, die nicht selbstverständlich ist. Vor allem nicht auf dem brutalen Parkett internationaler Wettkämpfe. Ein frei gewähltes Werk aus der „Wiener Klassik“ genügte als einzige Vorgabe bei der Stückauswahl, um die Spreu vom Weizen zu trennen, was sich im Wettbewerb besonders deutlich niederschlug. Musik, die einer Tendenz entgegenläuft, das Klavierspiel als athletische Kraftübung misszuverstehen. Und von diesen Missverständnissen war im Wettbewerb eine Menge zu hören. Am wenigstens noch in der jüngsten Altersklasse von acht bis elf Jahren, am deutlichsten in der dritten Gruppe (16 bis 17 Jahre), in der nur wenige unter Musik mehr zu verstehen schienen als Rekordmarken: lauter, schneller, verbissener. Ein erster Preis wurde hier nicht vergeben, dafür dürfen sich der Spanier Antonio Bernardo de Quirós und die Russin Diana Lizura über einen geteilten zweiten Preis freuen.

Verbissenheit zahlt sich nicht aus. Das zeigte auch die Auswahl der Preisträger, bei der großer Wert auf musikalische und klangliche Qualitäten gelegt wurde. In der ersten Gruppe (8-11) gewann die zehnjährige Russin Eva Gevorgyan, in Gruppe II (12-15) der 14-jährige ungar-deutsche Enrico Noel Camorra. Mit über 50 Teilnehmern war die Gruppe IV (18-35) besonders stark vertreten. Den Sieg errang letztlich die 22-jährige Olga Zarytovska aus der Ukraine.

Deutsche Teilnehmer waren, wie üblich bei internationalen Festivals, spärlich vertreten. Immerhin konnte die 20-jährige Alica Müller als Masterclass-Teilnehmerin mit einem Satz aus Mozarts Klavierkonzert C-Dur KV 415 im Abschlusskonzert begeistern.

Das Finalkonzert war ausschließlich mit Werken von Mozart und Haydn bestückt, unterstützt vom Kammerorchester des Orchesterzentrums NRW in Dortmund, einem Leistungszentrum für angehende Orchestermusiker der nordrhein-westfälischen Musikhochschulen. Geleitet wird das Zentrum von Prof. Alexander Hülshoff, der als Solist mit einer fulminanten Interpretation von Haydns Cellokonzert in C-Dur das Konzert beendete.

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