Aachens neuer GMD absolviert die erste Probe im Amt

Von: Eckhard Hoog
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Die erste Probe seit seinem Am
Die erste Probe seit seinem Amtsantritt als Generalmusikdirektor: Kazem Abdullah gestern vor dem Sinfonieorchester Aachen. Geprobt wurde das Programm für die „Last Night” der Kurpark Classix, Werke von Brahms, Dvorak und Tschaikowsky. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Diese Kontinuität im Aachener Musikleben ist auf jeden Fall gesichert: Der neue Generalmusikdirektor ist mindestens so cool und locker wie der alte. Auf dem Fahrrad erschien Kazem Abdullah am Mittwochnachmittag in der Monheimsallee, wo am Freitagabend die Kurpark Classix starten.

Polohemd, blaue Hose, graue Turnschuhe mit gelben Schnürriemen, auf dem Kopf ein schwarzer Sturzhelm, dazu ein athletischer Körperbau - rein sportlich kann der junge Herr GMD ganz schön Staat machen. Am Vormittag hatte er seine erste Probe mit dem Orchester seit seinem Amtsantritt absolviert, am Nachmittag besichtigte er die Bühne im Kurpark, die gerade noch im Aufbau begriffen war.

Kurze Begrüßung, dann ging es um 11 Uhr im Probenbau an der Borngasse im ehemaligen Umspannungswerk auch schon los, umstandslos - dazu bedarf es kaum der Worte: Zuerst Brahms zweite Sinfonie, dann Dvoraks Konzertouvertüre „Karneval”, nach kurzer Pause schließlich Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester D-Dur - exakt das Programm der „Last Night” im Kurpark (Sonntag, 26. August, 19.30 Uhr). Orchester und Dirigent wirkten dabei so, als ob sie sich seit Jahren kennen und zusammenarbeiten würden. Erst nach gut einer halben Stunde ließ Abdullah - hier noch „businessmäßig” schwarzweiß gekleidet in Hose und Oberhemd - zum ersten Mal eine kleine Partie widerholen. „Es war eine gute Probe”, sagte er uns später. „Beim ersten Mal geht es noch ums Kennenlernen, da höre ich vor allem zu und unterbreche kaum.” Der am 4. Juli 1979 in Indianapolis geborene Amerikaner spricht bereits sehr gut deutsch, Fragen beantwortet er charmant in einem ziemlich elaborierten „Mixed”.

Das Fahrrad hat er sich in Aachen gekauft. „In New York wäre die Benutzung viel zu gefährlich”, sagt er und ergänzt mit einem breiten Lächeln: „Hier in Aachen kann man gut damit fahren. Obwohl es schon viele Hügel gibt. Ist aber gut für den Körper und die Kondition.”

Vor einer Woche ist er wieder von New York nach Aachen zurückgekehrt, im März hat er hier bereits eine Wohnung bezogen. Ob er uns am Mittwoch tatsächlich versichert hat, dass der Aachener Kurpark schöner ist als der Central Park im Big Apple, könnte möglicherweise ein Übersetzungsfehler sein, hörte sich aber stark danach an. Auf jeden Fall: „Der hier hat eine wunderbare Atmosphäre. Man kann ebensogut auf einem Stuhl sitzen wie auf dem Boden und die klassische Musik genießen.”

Und dann folgt Bizets „Carmen”

Besonders freut ihn, dass er gleich zu Anfang sich und sein Orchester einem breiten Publikum präsentieren kann. „Diese Musik versteht jeder.” Und damit verbindet er leidenschaftlich den Wunsch, dass auch in der Folgezeit möglichst viele Menschen die Konzerte und das Musiktheater besuchen: „Wir haben ein wundervolles Programm mit großen Opern und herrlichen Sinfonien.”

In der nächsten Woche beginnt er mit den Proben zu Bizets Oper „Carmen” - für ihn ein Debüt. Die Premiere und zugleich Spielzeitstart am Theater ist am 16. September. „Eine Herausforderung”, gibt der 33-Jährige lächelnd zu. „Aber das ist es immer bei einem neuen Stück.” Und ein wenig nervös ist der GMD sogar auch: „Dieses Gefühl habe ich immer, weil ich jedes Stück sehr genau studiere und dabei hoffe, dass es dann auch genauso läuft, wie ich es will.”

Heute um 11 Uhr beginnt die zweite und auch schon letzte Probe für die Kurpark Classix, diesmal am Originalschauplatz der Aufführung selbst. Zwei Proben für vier Veranstaltungen? Offensichtlich das Normalste von der Welt. „Das Orchester ist sehr professionell”, sagt Abdullah. „Das sind ausgezeichnete Musiker.” Der Eindruck: Dieser so natürlich auftretende Mann hat das Zeug zum Sympathieträger.

Das Programm der Kurpark Classix

Musik unter freiem Himmel mit schönem Ambiente, zu dem auch mitgebrachte Kerzenleuchter und Picknickkörbe gehören können: Die Konzertreihe Kurpark Classix an der Monheimsallee in Aachen beginnt am Freitag, 24. August, 20 Uhr, mit „A Night At The Opera”. Die Sopranistinnen Irina Popova, Jelena Rakic und Katharina Hagopian, der Opernchor, der Sinfonische Chor und das Sinfonieorchester Aachen unter Leitung von Kazem Abdullah bieten Werke unter anderem von Mozart, Verdi und Rossini.

Am Samstag, 25. August, 20 Uhr, ist dann Annett Louisan zu erleben.

Malte Arkona geht am Sonntag, 26. August, um 11 Uhr im Familienkonzert auf musikalische Europareise. Zum Abschluss spielt das Sinfonieorchester um 19.30 Uhr Tschaikowski, Dvorak und Brahms. Solist ist Nemanja Raludovic (Violine).
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