Aachener Komponisten heimsen Rap-Grammy ein

Von: Robert Esser
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Auf der Erfolgsspur: Tobias Breuer (r.) und Mohamed Bouyalaoui schrieben den Erfolgstitel „Juke Jam“ für das Album „Coloring Book“ von Chance the Rapper. Dafür gab‘s einen Grammy. Foto: Michael Jaspers
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Barack Obama ist ein großer Fan von ihm: Chance the Rapper räumte drei Grammys ab. Foto: dpa

Los Angeles/Aachen. Der Grammy-Ruhm reicht tatsächlich bis nach Aachen. Mit der Musik von Tobias Breuer (23) und Mohamed Bouyalaoui (24) hat der Hip-Hop-Star Chance the Rapper (23) nämlich in Los Angeles für das beste Rap-Album „Coloring Book“ eine der wichtigsten Trophäen der Musikindustrie in Los Angeles abgeräumt – und wurde zudem in der Kategorie Bester Newcomer ausgezeichnet.

„Wir können es kaum fassen, Wahnsinn!“, freut sich Breuer am Montag. „Wir kriegen aus der ganzen Welt Glückwünsche, in den sozialen Medien explodiert gerade alles“, sagt er. Das Duo hatte den Song „Juke Jam“ in Aachen im heimischen Wohnzimmer komponiert und produziert – und dann zu Künstlern über den großen Teich geschickt. Chance the Rapper biss an und sang das Lied mit Justin Bieber.

Über 50 Millionen Mal wurde der Song aus Aachen über Internet heruntergeladen. „Schon diese Aufmerksamkeit war für uns phänomenal. Aber dass es jetzt sogar einen Grammy für das Album gibt, ist wirklich spektakulär“, sagt Bouyalaoui. Derzeit ar-beitet das Duo unter dem Namen „rascal“ (was auf Deutsch so viel wie Bengel oder Schlingel heißt) am ersten eigenen Soundtrack.

„Aber wir wollen natürlich auch die Zusammenarbeit mit Chance the Rapper fortsetzen. Wir haben ihm schon neues Songmaterial geschickt“, sagt der 24-Jährige, der gerade seine Bachelor-Arbeit im Studiengang Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der RWTH Aachen schreibt. Gefeiert werde mangels Freizeit deshalb später, betonen beide. Jetzt geht es erstmal darum, dass sie – nachdem sie bei der Preisverleihung in Los Angeles nicht live dabei sein konnten – an ihren eigenen Grammy kommen. „Hoffentlich ist er schon unterwegs“, sagt Bouyalaoui.

Der Interpret selbst hält die Trophäen schon in Händen: In der Nacht zum Montag gewann Chance the Rapper, der bürgerlich Chancelor Bennett heißt, insgesamt drei Grammys. Als bester neuer Künstler folgt er unter anderem auf Mariah Carey, Christina Aguilera, John Legend und die Beatles. Chancelor Bennetts Vater arbeitete angeblich als Berater für Barack Obama, als der spätere US-Präsident noch Senator in Illinois war. Überliefert ist, dass Obama ein großer Fan von Chance the Rapper ist. Sein großer Mentor ist Kanye West, seine Alben sind allesamt gratis via Internet herunterzuladen. Mit Musik aus Aachen.

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