Aachener Grenzlandtheater stellt neuen Spielplan vor

Von: Eckhard Hoog
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Sie können eine ebenso stolze Bilanz des Geschäftsjahres 2015 wie einen spannenden Spielplan für die kommende Saison vorlegen: (von links) Dramaturgin Anja Junski, Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt und der kaufmännische Geschäftsführer, Hermann Fuchs. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der demografische Wandel – er macht auch vor dem Aachener Grenzlandtheater nicht Halt. Das Publikum ist mehr und mehr gemischt, ganz neues findet sich zu einem Drittel über den freien Kartenverkauf ein, zwei Drittel der Besucher sind Abonnenten. Und diese begehrten Abos sind rar, werden aber doch immer wieder frei für neue Besucher.

Deshalb ist die Bekanntgabe des Verkaufsstarts in jedem Jahr mindestens so wichtig wie die Vorstellung des neuen Spielplans. Also: Ab 23. Mai erwartet die Theaterkasse in der Elisengalerie den Ansturm der Abo-Interessenten.

Wer eines davon ergattert, darf sich auf den typischen und bewährten Grenzlandtheater-Mix freuen aus Komödie, Klassiker, Drama, Krimi und Musical. Intendant Uwe Brandt und Dramaturgin Anja Junski, deren Verträge soeben bis 2021 verlängert wurden, und Hermann Fuchs, der kaufmännische Geschäftsführer, stellten den Spielplan der kommenden Saison am Donnerstag vor.

Der fußt wieder auf einem ausgeglichenen Haushalt und der gewohnt sagenhaften Auslastung von 95,87 Prozent. 84.098 Zuschauer besuchten 2015 insgesamt 388 Veranstaltungen, das Einspielergebnis liegt bei 63,5 Prozent.

Die eigenen Einnahmen decken zwei Drittel der Kosten, der öffentliche Zuschuss pro Ticket liegt bei rund drei Euro – 120 Euro sind normal.

Ryan O‘Neal ist soeben 75 geworden – die Geschichte, mit der er weltberühmt wurde, so zeitlos und rührend wie vor 46 Jahren, als die Verfilmung des Romans von Erich Segal Millionen Menschen auf der ganzen Welt zu Tränen rührte: „Love Story“. Seit 2010 gibt es die Musical-Version von Stephen Clark und Howard Goodall. „Die Musik hat uns überzeugt“, erklärt Uwe Brandt, „eine Mischung aus Popsongs mit einem Hauch von Klassik und italienischen Gitarrenklängen.“ Hausregisseur Ulrich Wiggers übernimmt wieder die Inszenierung.

Die neue Saison eröffnen wird Yasmina Rezas Schauspiel „Der Gott des Gemetzels“ – eines der erfolgreichsten Theaterstücke der letzten Jahrzehnte. Roman Polanski hat das pointenreiche Gefecht zweier Elternpaare 2011 mit Christoph Waltz, Kate Winslet, Jodie Foster und John C. Reilly verfilmt. Eine echte Herausforderung.

Den Klassiker liefert John Steinbeck mit „Von Mäusen und Menschen“ und der bewegenden Geschichte zweier Hilfsarbeiter und ihrem typisch amerikanischen Traum. Einen Krimi, bei dem man nicht von Anfang an weiß, wer der Täter ist, folgt mit „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek, angekündigt als außerordentlich spannender Psychothriller.

Das französische Erfolgsduo Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patallière, das 2010 mit „Der Vorname“ einen Bühnen-Blockbuster kreiert hat, liefert mit „Das Abschiedsdinner“ eine Art Fortsetzung der Boulevardkomödie. Diesmal geht es darum, auf möglichst elegante, aber nachhaltige Art den eigenen Freundeskreis auszumisten.

Der französische Autor Florian Zeller, Jahrgang 1979, kommt gleich zweimal zum Zuge. Das Schauspiel „Vater“ bringt das Thema Demenz mit seiner ganzen berührenden Problematik durchaus komisch auf die Bühne, während „Eine Stunde Ruhe“ den Witz seiner Erfolgskomödie „Die Lüge“ auf turbulente Weise fortsetzt. Eigentlich will Michel nur eine endlich ergatterte LP hören, da schneit nicht nur eine ganze Bande störender Typen herein, die Dringendes mit ihm zu besprechen haben, sondern auch ein portugiesischer Amateurklempner – was nicht nur für das Abflussrohr ein böses Ende nimmt . . . Die deutschsprachige Erstaufführung „Herbstrasen“ von Eric Coble inszeniert der Chef selbst – eine Familiengeschichte um eine 79-Jährige, die partout nicht den Willen ihrer Kinder erfüllen mag, in ein Heim für betreutes Wohnen umzuziehen.

Das Rezept des Grenzlandtheaters: Der Mix machts!

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