Aachener Chorbiennale findet 2017 doch statt

Von: Eckhard Hoog
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Die Aachener Chorbiennale ist ein Publikumsmagnet, wie dieser Blick im Jahr 2015 auf den Aachener Markt beweist. Die vielen Chorfreunde wird es freuen: Die nächste Ausgabe findet doch 2017 statt und wird nicht auf 2018 verlegt. Foto: Andreas Steindl
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„Die Qualität soll sich nicht ändern“: Kulturdezenentin Susanne Foto: R. Roeger

Aachen. Die frohe Kulturbotschaft der Woche: Die Aachener Chorbiennale wird doch nächstes Jahr stattfinden und nicht, wie es seit Juli im Raum stand, auf 2018 verschoben. Das bestätigte am Freitagnachmittag Kulturdezernentin Susanne Schwier auf Anfrage unserer Zeitung.

Vor zwei Monaten hieß es noch, dass die nächste und damit fünfte Auflage der Chorbiennale wohl nicht – wie es der zweijährige Rhythmus eigentlich vorgibt – im kommenden Jahr, sondern erst 2018 stattfinden sollte. Damit wäre aus der Biennale eine Triennale geworden.

Allerdings wurde nach den Gesprächen aller Beteiligten – der Kulturbetrieb der Stadt Aachen und das Theater als Veranstalter sowie die Leiter der vier Initiativchöre – im Juli offiziell betont, dass noch keine endgültige Entscheidung über eine Verlegung getroffen worden sei. Vor allem die Leiter der Gründungs-Chöre der Biennale – Carmina Mundi, Junger Chor Aachen, Madrigalchor Aachen und Aachener Kammerchor – waren entschieden dagegen. Auch das bestätigte Susanne Schwier am Freitag gegenüber unserer Zeitung.

Es gibt Veränderungen

So habe es weitere Gespräche gegeben. Das schöne Ergebnis wird die vielen Chorfreunde in unserer Region freuen: Immerhin haben 2015 insgesamt 30.000 Menschen die Veranstaltungen der Chorbiennale besucht, alleine 15.000 die Lange Chornacht zum krönenden Abschluss.

Ohne einige Veränderungen wird die Chorbiennale 2017 allerdings nicht über die Bühne gehen. Hintergrund der zumindest ins Auge gefassten Verlegung war die Tatsache, dass es vom Land NRW keine Zusage mehr für eine Förderung gab. Die Landesmittel waren ursprünglich lediglich als Anschubfinanzierung für maximal drei Biennalen gedacht. Damit stand automatisch in den Sternen, wie das Budget der fünften Ausgabe – bislang lag es bei 150.000 Euro – von den übrig gebliebenen Finanziers zu stemmen wäre: Stadt und Städteregion, Stiftungen, Firmen- und Privat-Sponsoren, plus Einnahmen aus dem Kartenverkauf. Bislang kam am Ende immer eine sogenannte „rote Null“ dabei heraus, das heißt Theater und Kulturbetrieb teilten sich die Miesen.

Die trickige Idee, die hinter einer Verlegung auf 2018 stand: Man spekulierte darauf, die Chorbiennale in die Festivitäten zum 40-jährigen Jubiläum der Aufnahme des Aachener Doms in das Unesco-Weltkulturerbe zu integrieren – um auf diese Weise eben doch wieder Landesmittel zu akquirieren. Das geht nun nicht mehr.

Die Konsequenz liegt auf der Hand – Susanne Schwier: „Aus der roten Null muss eine schwarze werden!“ In Richtung der vier Chorleiter umgemünzt: „Das Budget mus eingehalten werden.“ Damit das funktioniert, soll es nach Worten der Kulturdezernentin gekürzt werden. Keine Frage, dass sich das zwangsläufig auf die Programmgestaltung auswirken wird, gibt Susanne Schwier offen zu. „Da sind nun die Chorleiter gefragt.“

Als denkbare Möglichkeit, Geld zu sparen, wirft die Dezernentin die Idee in den Raum, die Biennale von zehn auf acht Tage abzukürzen. Eine weitere Möglichkeit: „Man könnte überlegen, welche Gastchöre man einladen soll. Das ist der größte Batzen.“ Die Flugkosten zum Beispiel. Allerdings: „An der Qualität soll sich nichts ändern.“

Terminfrage ist noch offen

Offen ist im Moment noch die Terminfrage, aber auch die Chorbiennale 2017 wird wohl wieder im gewohnten Zeitraum Mai/Juni stattfinden. Schwier: „Das wird noch besprochen.“

Die Kritik an den Verlegung-Erwägungen hatte nicht lange auf sich warten lassen. Die Linke im Stadtrat monierten mit als Erste die Pläne, die vor einer solchen Entscheidung einen politischen Beschluss der demokratisch gewählten Gremien einforderte. Auch die Grünen setzten sich vehement für die Beibehaltung des Zwei-Jahres-Rhythmus ein mit der Begründung, dass „das Chorfestival mit überregionaler Ausstrahlung ein eigenständiges, sehr erfolgreiches Produkt“ sei, das auf keinen Fall in einen anderen Veranstaltungsreigen integriert werden solle. Auch der prominente Aachener Musiker und Chorleiter Lutz Felbick hatte sich sehr kritisch zu Wort gemeldet.

Hat also auch äußerer Druck zu der erfreulichen Entscheidung beigetragen? Susanne Schwier bestreitet das und erklärt, nur vereinzelt von kritischen Stimmen gehört zu haben. „Wichtig war mir, was die Chorleiter wollen, denn das sind die Macher.“

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