43. Aachener Bachtage: Konzerte im Zeichen des Luther-Jubiläums

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aachen. Dass die 43. Aachener Bachtage erstmals an einem Montag starten, hat natürlich einen besonderen Grund: Am 31. Oktober 2016 beginnt das Jubiläumsjahr zu 500 Jahre Reformation. „Dafür habe ich die Bachtage gern vorgezogen“, meint der künstlerische Leiter und Kantor der Annakirche, Georg Hage.

Doch nicht nur der Festgottesdienst in der Annakirche, den der Aachener Bachverein, das Anna-Orchester und Solisten mit der Bach-Kantate „Eine feste Burg ist unser Gott“ bereichern, steht unter den Vorboten des Gedenkens an Martin Luthers Anschlagen der 95 Thesen an die Wittenberger Schlosstür. „Mit Bach zu Luther“ lautet das Motto für alle sieben Konzerte. „Luther hat der Gemeinde durch seine Lieder eine Stimme gegeben. Bach hat sie in eine filigrane Form gebracht, die uns heute noch berührt“, so Hage.

Ein besonders anspruchsvolles Programm hat sich Hage, Leiter der beiden Chöre des Aachener Bachvereins, für den Kammerchor ausgesucht: Alle vier Lutherischen Messen von Johann Sebastian Bach werden beim ersten Chorkonzert am 6. November gesungen. „Bach hat vorhandene Kantaten dafür umtextiert. Es sind quasi die Highlights seines Kantatenwerks“, sagt er. In 24 Sätzen – eine Messe besteht aus sechs Sätzen – sind damit allein zwölf Kantaten-Eingangschöre zu hören, und sicher nicht die schlichtesten. „Das ist auch für den Kammerchor des Aachener Bachvereins ein ambitioniertes Programm“, meint Hage. Angesichts der Schwere werden die Lutherischen Messen nur selten aufgeführt.

Das Dufay-Ensemble – eine sechsköpfige Gesangsformation, in der Hage selbst den Bass-Part übernimmt – gastiert bereits am 1. November bei den Aachener Bachtagen. Sie stellen beim Renaissancekonzert in der Annakirche „Reform und Reformation“ gegenüber: Zum einen singen sie die bedeutendste Messvertonung des katholischen Palestrinas „Missa Papae Marcelli“, mit der der Italiener die Mehrstimmigkeit für die katholische Kirche entdeckt. Zum anderen werden Motetten von frühprotestantischen Komponisten aufgeführt.

Das Jazzkonzert „Bach Jazz Reloaded“ am 12. November wird vom „ThomasGabrielTrio“ bestritten. „Sie nehmen sich nicht nur ein musikalisches The- ma von Bach vor, sondern verjazzen die komplette Komposition“, schürt Hage die Vorfreude.

Musikalische Prominenz werden beim Orgelkonzert bei Kerzenschein und beim Bach-Recital in der Annakirche erwartet: Die Tasten und Pedale der renovierten Weimbs-Orgel bedient am 13. November der derzeit jüngste Domorganist Deutschlands, Sebastian Küchler-Blessing aus Essen. Die Sopranistin Marie Friederike Schöder bekam den sehr renommierten Leipziger Bachpreis und wurde schon als „Shootingstar der Barockszene“ betitelt, deren Stimme „mit Leichtigkeit in die Stratosphäre reicht“. Sie hat für den 15. November Sopran-Arien aus verschiedenen Kantaten von Bach und Telemann ausgesucht. Begleitet wird sie vom „Barock:-Trio:Köln“.

Den Abschluss der Aachener Bachtage bildet das zweite Chorkonzert mit „Paulus“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. „Er hat Bachs Musik wieder zum Klingen gebracht. Luther, Bach, Mendelsohn – die stehen in einer Reihe“, meint Hage.

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