Amsterdam - 400 Museen in Niederlanden forschen nach NS-Raubkunst

400 Museen in Niederlanden forschen nach NS-Raubkunst

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Amsterdam. Mehr als 400 Museen in den Niederlanden wollen ihre Bestände auf Kunstwerke durchforsten, die möglicherweise während der Nazi-Zeit von jüdischen Besitzern notgedrungen verkauft oder ihnen geraubt wurden.

Bis zum Jahr 2013 werde ein möglichst vollständiger Katalog aller Objekte zusammengestellt, an deren rechtmäßigem Erwerb es Zweifel gibt, teilte die Niederländische Museumsvereinigung am Montagabend bei ihrem Neujahrsempfang mit. Danach sollen einstige Besitzer oder deren Erben Ansprüche geltend machen können.

Alle Mitglieder des Museumsverbandes hätten sich zur freiwilligen Mitarbeit an dieser großangelegten Überprüfung bekannt, erklärte dessen Direktor Siebe Weide. Abgesehen vom Kunstraub durch die deutschen Besatzer zwischen 1940 und 1945 sahen sich niederländische Juden auch schon vorher oft gezwungen, Kunstwerke zur Finanzierung ihrer Flucht zu verkaufen.

Viele geraubte oder unter Zwang veräußerte Objekte gelangten später zu privaten Kunsthändlern oder Auktionshäusern, wo sie in den Nachkriegsjahren von Museen erworben wurden. „Die Museen kauften in gutem Glauben, da sie damals nicht feststellen konnten, woher ihre Neuanschaffungen einst stammten”, sagte Weide.

Um wie viele Kunstwerke es sich handeln könnte, blieb zunächst unklar. Zu der umfangreichen Durchforstung ihrer Bestände waren die Museen von der Regierung gedrängt worden, die auch die Kosten dafür trägt. Eine mehrjährige Überprüfung der rund 4700 Kunstobjekte der staatlichen Niederländischen Kunstsammlung (NK) war bereits 2007 abgeschlossen worden. Dabei waren in rund 500 Fällen die ursprünglichen Eigentümer ausgemacht worden.
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