40 Jahre Cappella Aquensis mit Konzert gefeiert

Von: Sabine Rother
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Aachen. Einer Leuchtkraft, die mit dem sanften Gold und den frommen Motiven der Kirchenausmalung von St. Michael (Jesuitenstraße) korrespondierte, ging von einem Konzert der Extraklasse aus, das der Chor Cappella Aquensis zusammen mit dem Sinfonieorchester sowie mit den Solisten Sabine Schneider (Sopran) und York Felix Speer (Bariton) veranstaltete.

Der Anlass : 40 Jahre Cappella Aquensis - seit inzwischen 26 Jahren unter der Leitung von Beaujean, der auch an diesem Abend vom Podium aus die Schar der Akteure konzentriert und mit größter Präzision leitete.

Auf dem Programm standen zwei imposante Werke, die von allen Einfühlungsvermögen und Gestaltungskraft verlangten. Felix Mendelssohn-Bartholdys Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser” op. 42, uraufgeführt 1838 im Leipziger Gewandhaus, bot den hingebungsvollen Auftakt und von Anfang an gelang es Chor und Orchester, gemeinsam die Durchsichtigkeit, das Schweben dieser Musik zu bewahren.

Immer wieder stiegen die jeweiligen Stimmen wie ein gemeinsamer Atem auf, nahm Beaujean das Orchester so zurück, dass sich ein dichter Gesamtklang entwickeln konnte.

Glanzvoller Höhepunkt bildet den Abschluss

Der zarte Sopran von Sabine Schneider gab den Nöten der nach Gott dürstenden Seele eine liebliche Stimme, die im Dialog mit dem Chor sowie solistisch dem Werk schöne Farben hinzufügte. Schlicht und ernst endlich der Chor: „Was betrübst du dich meine Seele - Harre auf Gott”.

Geschickt bündelte Beaujean in dieser Schlussequenz gesangliche und orchestrale Kräfte, erhöhte das Tempo und leitete den glanzvollen Höhepunkt ein. Wie gut „Ein deutsches Requiem” von Johannes Brahms für Sopran, Bariton, Chor und Orchester op. 45 (erste komplette Aufführung 1868 in Bremen) mit Mendelssohns Werk harmoniert, wurde im zweiten Teil des Abends deutlich.

Hier beeindruckte York Felix Speer mit seinem seriösen, warmen Bariton der den tiefen Ernst und zugleich die tröstliche Hoffnung auf Gottes Güte imponierend in sich trug.

Sicher in den rhythmischen Wechseln und in der gestalterischen Vielfalt steuerte Beaujean die Beteiligten aufmerksam und mit einem sorgfältig erarbeiteten Interpretationskonzept durch dieses Requiem, das klar und deutlich seinen Charakter als Werk für die Lebenden zeigen durfte.

Dramatisch mit Pauken und Posaunen vollendet sich im Schlußchor „Selig sind die Toten” die beeindruckende „Architektur” eines großen Konzertes. Enthusiastischer Beifall in der überfüllten Kirche.

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