30. Todestag Jo Hanns Küpper: Zeitreise in ein Künstlerleben

Von: Eckhard Hoog
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Zum 30. Todestag ihres Mannes, des Aachener Künstlers Jo Hanns Küpper (1907-1986), lädt sie ab Karfreitag zum Besuch in seine Atelierwohnung an der Oppenhoffallee 137 ein: Anne Küpper. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein Wohnungskorridor wie eine Glyptothek – Skulptur reiht sich an Skulptur. Die Küche, das Arbeitszimmer, die Bibliothek – jeder Raum ist über und über angefüllt mit Gemälden, Zeichnungen, frei stehenden Marmorplastiken, Vitrinen voller Objekte. Jahrzehntelang hat hier, in der 200 Quadratmeter großen Atelierwohnung an der Aachener Oppenhoff-allee 137 Jo Hanns Küpper gelebt und gearbeitet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er bis Mitte der 80er Jahre eine der herausragenden Aachener Künstlerpersönlichkeiten, dessen Werk weit bis nach Belgien und Frankreich hin ausstrahlte. Wer jetzt in seine Wirkungsstätte eintritt, kommt sich vor wie auf einer unfassbaren Zeitreise – nichts hat sich hier verändert in all den Jahren.

Zum 30. Todestag lädt seine Witwe, die Kunsthistorikerin Anne Küpper, ab Karfreitag bis Ostermontag, jeweils von 11 bis 18 Uhr, zum Besuch in die Werk- und Lebensräume ihres Mannes ein. Vor sieben Jahren, zum 100. Geburtstag, strömten die Kunstfreunde nur so herein.

Ein Mann, der gelitten, geliebt, gehofft, Lebensfreude ausgestrahlt hat – und sein persönliches Erleben in der Auseinandersetzung mit künstlerischen Strömungen und Zeitereignissen künstlerisch buchstäblich abgearbeitet hat. So intensiv, dass dabei 13 abgeschlossene Werkphasen entstanden, die jeweils mehr als 400 Arbeiten hervorbrachten. In der Küche bezeugen Bilddokumente von fratzenhaften Gestalten das Trauma des Krieges.

Heitere Zeiten spiegeln sich nach einem nur knapp überlebten Autounfall in freundlich-farbigen Fantasiewesen. In einer anderen Phase begann er, mit Farbe zu musizieren. Immer waren es Grundfragen der Menschheitsgeschichte, die Jo Hanns Küpper bewegten und inspirierten, stets neue malerische Techniken und Stile zu entwickeln: surrealistische Visionen, raffinierte Verwirrspielen mit der optischen Wahrnehmung, komplizierte geometrische Konstruktionen als allgemeine Chiffren der menschlichen Existenz.

„Was soll ich mit all dem nur machen?“, fragt heute Anne Küpper. Ihr mag man nur raten: Alles so lassen, wie es ist! Es gibt weithin nichts Vergleichbares.

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