21. Aachener Schrittmacher-Festival: Selbst China tanzt diesmal mit

Von: Eckhard Hoog
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Viele Mitstreiter sorgen hinter den Kulissen für ein anspruchsvolles Schrittmacher-Programm: Festivalleiter Rick Takvorian (Mitte, mit Kappe) und sein Team samt Weggefährten. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. 12.000 – das ist die Zahl des Tages. So viele Tickets warten ab Donnerstag um 11 Uhr auf ihre glücklichen Besitzer; und die Kenner sitzen garantiert schon in den Startlöchern, um sie zu ergattern: die Fans des Aachener Schrittmacher-Festivals.

Die 21. Ausgabe des längst zur Kultveranstaltung avancierten Treffens internationaler Tanzcompagnien im Stahlbau Strang in Aachen und im Theater Heerlen findet vom 16. Februar bis zum 20. März 2016 statt.

Fünf Wochen lang dreht sich hier in unvergleichlicher Atmosphäre fast ununterbrochen alles um Modern Dance – mit einem Rahmenprogramm, das mittlerweile alle Grenzen sprengt: Film, Workshops, Talks, Kinderprogramm, Fotoschau, und und und. Das Publikum reist selbst aus Paris an.

Die Festival-Site im Internet gibt den Überblick über das umfangreiche Programm. Details stellten die Verantwortlichen um Festivalleiter Rick Takvorian am Mittwoch vor. Dabei begrüßte Aachens Kulturdezernentin Susanne Schwier neben Bas Schoonderwoerd, Direktor des Parkstad Limburg Theaters, auch ihren Heerlener Amtskollegen Barry Braeken im Stahlbau Strang.

Tanz verbindet die Welt – selten war das wörtlicher zu nehmen als diesmal: Selbst die Szene aus Mexiko, Neuseeland und China stellt sich vor. Takvorian verspricht spannende Entdeckungen und betont: „Wir sind ein Kunstfestival – mit allen Risiken!“ Was so viel heißen soll wie: Experimentelles und absolut Ungewohntes hat unbedingt seinen festen Platz.

In Heerlen startet das Festival am 16. Februar mit der Compagnie Black Grace aus Neuseeland – die Tanzkultur Samoas und der Maori lässt dabei grüßen.

Bei Strang geht es einen Tag später los mit den Moving Borders aus Mexiko – vier junge Männer geben tänzerisch einen Einblick in die mexikanische Männerwelt.

Bei Pina Bausch gelernt

1994 wurde The Living Dance Studio (LDS) in Peking von der Choreographin Wen Hui, die unter anderem auch bei Pina Bausch lernte, und dem Filmemacher Wu Wenguang als erste unabhängige Compagnie in China gegründet. In ihren Stücken geht es auch um harte Themen und existenzielle Dinge wie Sex und Gewalt, Schwangerschaft und Geburt.

Die Choreographin stellt in einer prallen und bunten, multimedial unterstützten Theatersprache herbe soziale Phänomene zur Diskussion (2. März, Heerlen). Eine Begegnung, die mindestens so spannend zu werden verspricht wie die mit der jungen, in Shanghai geborenen chinesischen Tänzerin und Choreographin Yin Yue, die nach ihrem Studium in New York mit einem ureigenen Stil in der dortigen Szene für Furore sorgte. Sie kommt mit ihrer Compagnie in den Stahlbau Strang (3. bis 6. März).

Klassisches Ballett mit Modern Dance verbindet dagegen das 2008 gegründete Beijing Dance Theater (Stahlbau Strang, 11. bis 13. März) in poesievollen, von zauberhafter Ästhetik geprägten Choreographien. Damit eröffnen sich faszinierende Einblicke in die zeitgenössische Tanzszene Chinas und anderer kultureller Ecken dieser Welt – von Ungarn bis Kanada –, wie sie wohl nur Schrittmacher bieten kann.

Während des Festivals erinnert im Stahlbau eine im riesigen Format projizierte Fotoschau an unzählige Höhepunkte der vergangenen 20 Schrittmacher-Jahre: mit erlesenen Aufnahmen unseres Fotografen Andreas Herrmann, der das Festival von Anfang an begleitet hat.

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