Verdis «Maskenball»: Szenisch gefällig, musikalisch volle Pulle
Aachen. Nein, von Intendantenbonus zu sprechen, wäre nun wirklich unangebracht. Wenn das Aachener Publikum seinem Intendanten (und dem Ensemble) nach der Premiere von Verdis «Ein Maskenball» mit stehenden Ovationen für seine überhaupt erste Regiearbeit huldigt, so gilt das sicher auch Michael Schmitz-Aufterbecks Fähigkeit, seinen Mitarbeitern auf und hinter der Bühne wie seinen Kunden im Parkett gefällig zu sein.
Vorgeschmack auf die Oscars beim «Lunch der Nominierten»
Los Angeles. Drei Wochen vor der großen Oscar-Nacht durften die nominierten Stars schon einmal vorkosten: Zum traditionellen «Lunch der Nominierten» im Beverly Hilton Hotel erschienen am Montag (Ortszeit) Dutzende Filmschaffende, die auf Oscar-Gold hoffen können.
«Made in Europe»: Das Event wird zur Filmreihe
Maastricht. Ein jährlicher kultureller Höhepunkt der Region verändert radikal seine Struktur: «Made in Europe Film Festival» in Maas-tricht wird schon 2012 nicht mehr als Filmfestival an vier Tagen im Filmhaus Lumière stattfinden.
Barcelona. Der spanische Maler Antoni Tàpies, einer der bedeutendsten abstrakten Künstler der Gegenwart, ist tot. Wie die Stadtverwaltung von Barcelona in der Nacht zum Dienstag mitteilte, starb der Künstler in der katalanischen Metropole im Alter von 88 Jahren.
Super Bowl schreibt Fernsehgeschichte
New York. Der Super Bowl hat am Sonntag nicht nur für sportliche, sondern auch für Medienrekorde gesorgt. Das Endspiel der US-Footballmeisterschaft wurde nach Angaben des Senders NBC von 111,3 Millionen Menschen in den USA gesehen.
Auch Hunziker sagt Nein zu «Wetten, dass..?»
Berlin/Mainz. Kein Glück für das ZDF: Nach einer Serie von Absagen für die Nachfolge von Thomas Gottschalk bei «Wetten, dass..?» will nun auch Co-Moderatorin Michelle Hunziker aus der Show aussteigen.
Hamlet-Generation läuft in Turnschuhen
Von Armin Kaumanns | 28.09.2009, 15:18
Regisseur Thorsten Duit ist kaum etwas eingefallen zu dem Shakespeare-Drama. Er gefällt sich vielmehr darin, die Schauspieler weitgehend steif dastehen zu lassen, während sie ihren Text aufsagen. Da hilft es auch nicht, dass statt der ollen Schlegel- die freche Schanelec-Gosch-Übersetzung die Grundlage der Inszenierung ist.
Kaum ein Mitglied des Ensembles erreicht über den Rauschpegel der Entlüftung den hinteren Teil des Saales. Nicht nur Sprechtechnik, auch eine geistige Durchdringung des Textes, geschweige ihre Äußerung in Rhythmus, Melodie wird schmerzlich vermisst. Hier wird demnächst dezente Beschallungstechnik zum Einsatz kommen müssen.
Dabei spielen die Akteure so gut wie immer an der Rampe, denn Bühnenbildner Michael S. Kraus hat das erstaunlich große Bühnenhaus mit Metallkäfigen zugestellt, die vor der Skyline Helsingörs (das sieht verdächtig nach New York oder Frankfurt aus) wie Zuwege im Raubtierkäfig hin- und hergeschoben werden können. Rechts und links dienen zwei Speckstein-Throne Claudius und Gertrud als Aufenthalt, wenn sie nicht gerade hinter Gittern bei Rotlicht aneinander rumfummeln.
Laertes mit Hippie-Mähne
Dass Königsmörder Claudius auch nur andeutungsweise mit seinen Schattenseiten in Beziehung steht, merkt man dem Spiel Christopher Wintgens´ ebenso wenig an wie dem von Ines Krug, die Hamlets Mutter Gertrud mütterlich-matronenhaft anlegt. Floriane Kleinpaß trägt als Ophelia sehr jung und schön hübsches Blümchenkleid und rote Schuhe, das Schlussbild dekoriert sie blutüberströmt im weißen Brautkleid. Als ihr Bruder Laertes nuschelt Adrian Linke mit frankophiler Hippie-Mähne und durch die Szenerie.
Allenfalls der Hamlet von Frederik Leberle ist akzeptabel, selbst wenn er zum berühmten Monolog über Sein oder Nichtsein sich eine Pistole an die Schläfe halten muss. Die einzige von Shakespeares Zauber inspirierte Figur dieser Inszenierung scheint der Geist des toten Königs zu sein, dem Ralf Beckord Präsenz verleiht.
Bis dann am Ende so ziemlich alle tot sind, hat Joachim Hensch-ke in der Rolle des Schauspielers einen imposanten Auftritt, Sven Seeburg als Polonius stirbt mit großem Knall aber so wie sein Spiel: im Hintergrund. Wenn Duits Arbeit überhaupt etwas will, dann am ehesten noch sich beim jungen Publikum einschmeicheln: Die Hamlet-Generation läuft lässig-modisch in Turnschuhen herum, im Gegensatz zu den Anzugträgern; Popmusik sorgt gern und immer mal wieder für Stimmung, und die Strichfassung bringt es auf angenehm kurze zweieinhalb Stunden.
Nächste Aufführungen: am 9., 10., 13. und 18. Oktober. Infos unter 02166/6151100.
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