Berlin - „Skyscraper”: Schwindelerregende Action mit The Rock

„Skyscraper”: Schwindelerregende Action mit The Rock

Von: Matthias von Viereck
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"Skyscraper"
Dwayne Johnson (l) als Will Sawyer und Byron Mann als Inspector Wu in einer Szene des Films "Skyscraper". Foto: Universal

Berlin. Hollywood liebt Hochhäuser. Insbesondere das Genre des Actionfilms setzt immer wieder auf Wolkenkratzer als Schauplatz. Davon künden Kinowerke wie „Flammendes Inferno” mit Steve McQueen als Feuerwehrchef, „Mission: Impossible - Phantom Protokoll” mit einem Tom Cruise an der Fassade des Burj Khalifa oder „Stirb langsam” mit Bruce Willis. Diesmal ist es der auch als „The Rock” bekannte Dwayne Johnson („Hercules”), der seine Frau und seine zwei Kinder aus einem brennenden „Skyscraper” retten muss.

Rawson Marshall Thurber („Wir sind die Millers”) zeichnet nicht nur für das Drehbuch, sondern auch für die Regie verantwortlich. Hauptdarsteller Johnson hat den geschätzt rund 125 Millionen US-Dollar teuren 3D-Film mitproduziert. An Johnsons Seite spielt die kanadische Schauspielerin Neve Campbell.

Zehn Jahre liegt der Einsatz zurück, bei dem Will Sawyer (Johnson) als Polizist einen schweren Fehler beging und seinen linken Unterschenkel einbüßte. Seitdem hat der mittlerweile graumelierte ehemalige FBI-Mann keine Waffe mehr angerührt. Dafür hat er nun eine aparte Frau, zwei süße Kinder und einen neuen Job als Sicherheits-Experte. In dieser Funktion hat er sich auch des höchsten Gebäudes der Welt angenommen: Das Hongkonger „Pearl” soll drei Mal so viele Meter zählen wie das Empire State Building.

Sawyer, der mit seiner Unterbein-Prothese mehr humpelt denn geht, kommt nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis: „Das Pearl ist der sicherste Mega-Wolkenkratzer der Welt”. Doch alle Technik hat ihre Lücken, das wissen wir aus vielen ähnlich gelagerten Filmen. Und so steht schon bald ein Teil des 240 Stockwerke hohen Architekturwunders in Flammen. Mittendrin: Sawyers von ihm so innig geliebte Familie.

Dwayne Johnson, dieser 1972 geborene Berg von einem Mann, gehört nicht unbedingt zu den größten Charaktermimen unserer Zeit. Und passt doch wunderbar ins Action-Genre. Das hat er unzählige Male bewiesen, so etwa in der so PS-starken wie erfolgreichen „Fast & Furious”-Filmreihe. Und auch diesmal lässt es „The Rock” nach einem gemächlicheren Auftakt ordentlich krachen. Sehr gut tut dem wilden (mit nur 102 Minuten Filmlänge angenehm kurzen) Leinwand-Spektakel das nüchtern-unemotionale Spiel von Neve Campbell als Sawyers Frau. Die 44-Jährige, bekannt geworden durch ihre Auftritte in der kultigen Gruselreihe „Scream”, erdet den teils doch sehr überhitzten Film ein wenig. Und das ist eine wirklich schöne Überraschung.

„Skyscraper” ist insofern ein typischer Action-Film, als er weniger mit einer glaubwürdigen oder gar ausgeklügelten Geschichte, dafür aber mit manch imposantem Schauwert aufwartet. Das „Pearl” ist ein wirklich beeindruckendes Hochhaus mit vielen wunderbaren Details. Und immer wieder gibt es Vogelperspektiven, die einem – vorausgesetzt man sitzt wirklich in einem Kino mit entsprechend großer Leinwand – den Atem rauben können.

Nicht immer kann man ob all der hanebüchenen, ja teils albernen Action-Ideen ein Lachen unterdrücken. Etwa wenn Will Sawyer kopfüber in mehreren hundert Metern Höhe an einem Seilchen hängt. Und es ausgerechnet seine Prothese ist, die ihm das Leben rettet. Nichts jedenfalls ist dieser, über weite Strecken zwar recht sinnfreie und doch unterhaltende Blockbuster für Kinobesucher mit Höhenangst. Unbedingt ist „Skyscraper” zudem als Hommage zu verstehen an legendäre Hochhaus-Filme wie „Stirb langsam”, der just in diesem Jahr 30 Jahre alt ist.

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