Wo steht der besondere Tempel?

Von: red
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Das sind Philippe-André Lorenz, Andrea Glowig, Melina Werner und Tim Herrmann (von links nach rechts). Die Studenten haben beim Aufbau des Büchertempels für die documenta in Kassel. Foto: dpa

Kassel. Die Harry-Potter-Bücher mögen viele Kinder und auch Erwachsene. Doch nicht alle denken so. Manche finden: In den Büchern werden gefährliche Sachen beschrieben. Deshalb haben zum Beispiel Schulen in den USA mal Harry-Potter-Bücher nicht im Unterricht durchgenommen.

Aus solchen Büchern, die verboten waren oder sogar noch sind, wird in Kassel im Bundesland Hessen ein Kunstwerk gebaut: Es entsteht ein riesiger Tempel aus Büchern. Er ist für die Kunst-Ausstellung documenta gemacht, die heute beginnt.

Entworfen hat das große Bauwerk eine Künstlerin. Sie will damit protestieren: gegen das Verbot von Texten. Und gegen die Verfolgung von Menschen, die etwas schreiben, was Regierungen von Ländern oder anderen Menschen nicht gefällt. Beim Aufbau des Tempels haben auch Philippe-André und andere Studenten mitgeholfen. Verlage und Menschen haben die Bücher gespendet. Die Studenten haben jede Spende geprüft: Denn nur die Bücher sollen Teil des Kunstwerks sein, die irgendwo auf der Welt verboten waren oder es noch sind.

Philippe-André und die Studenten hatten Listen, auf denen Tausende verbotene Bücher stehen. „Es ist schwierig, alle Verbote zu überblicken“, sagt Philippe-André. Deshalb wurde das Projekt an der Universität vorbereitet. „Wir haben in Gruppen erarbeitet, wo welche Titel verboten waren.“ Viele Kinderbücher sind dabei: zum Beispiel „Die Abenteuer des Tom Sawyer“ oder „Emil und die Detektive“.

Gründe für Verbote gibt es viele: Mal finden Kirchen die Botschaft eines Buchs nicht gut. Mal fürchten Länder, dass ihre Bürger durch das Lesen über die eigene Regierung nachdenken – und dann sagen: Was ihre Regierung macht, ist nicht gut! Auf einem großen Platz in Kassel steht der Tempel. Er besteht aus einem riesigen Gerüst, an dem die Bücher hängen. Am Ende der Ausstellung werden die Bücher an die Besucher verschenkt.

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