Wo stehen diese Steinmännchen?

Von: dpa
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Steine Haufen Öland
In Schweden ist es ein alter Brauch, Steine aufeinanderzutürmen. Foto: Jennifer Heck/dpa
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In Schweden ist es ein alter Brauch, Steine aufeinanderzutürmen. Foto: Jennifer Heck/dpa

Öland. Einen Freund im Sand einbuddeln oder Sandburgen bauen. Viele Sachen, die am Strand Spaß machen, kann man an diesem Strand nicht machen. Denn es ist ein Steinstrand. Aber langweilig ist es dort trotzdem nicht. Der Strand liegt auf der Insel Öland – und zwar an der nördlichsten Spitze. Die Insel gehört zum Land Schweden und liegt in der Ostsee.

Der Strand sieht wie ein riesiges Geröllfeld aus. Mal sind die Steine schwarz, mal braun. Manche sind flach wie ein Teller. Andere dick und kantig oder oval wie ein Ei. Aus den herumliegenden Steinbrocken haben Menschen verschiedene Sachen gebaut.

Die aufeinandergestapelten Steinfiguren sind mal höher, mal niedriger. Sie bilden Formen wie Hügel, Türmchen oder Häuser. Manche sehen wie Männchen aus. Diese seien typisch für die Region und hießen Steinmännchen, erklärt Friedemann Schmoll. Er ist Forscher und kennt sich besonders gut mit diesen Figuren aus.

„Steinmännchen finden wir vor allem in menschenarmen, gebirgigen und wilden Regionen“, sagt Herr Schmoll. „Durch ihre menschenähnliche Gestalt bringen sie Leben in diese leeren Räume.“ Hirten und Wanderer bauen zum Beispiel diese Männchen auf, wenn sie allein einen weiten Weg durch die Natur gehen. „So schaffen sie sich aus Einsamkeit Gesellschaft in Form von Steinmännchen“, erklärt der Experte.

Etliche Menschen in Schweden glauben außerdem an Trolle. Die Steinmännchen sollen sie vor diesen Wesen schützen. Manche glauben, dass es nur Glück bringt, ein ganzes Steinmännchen zu bauen.

Auch Menschen, die nicht abergläubisch sind, bauen Steinmännchen am Strand. Oder vor Sehenswürdigkeiten. Einfach so, weil sie Lust darauf haben. Außerdem zeigen sie damit: „Ich war hier“. Und sie hinterlassen etwas von sich an dem Ort, den sie besucht haben.

Es dauert ein bisschen, bis ein ganzes Männchen steht. Beim Bauen wackeln die Steine manchmal. Wer ein Steinmännchen auftürmt, braucht also Geduld. Es ist wichtig, einen Stein zu finden, der gut zu dem darunter passt. Sonst fällt das Männchen schnell um. Am Ende sind die Steine so aufeinandergetürmt, dass die Figur gut hält. Kommt aber eine größere Welle vom Meer, liegen viele der Steine wieder als Geröll auf dem Strand. Daraus können Urlauber dann viele neue Steinmännchen bauen.

Wo sind sie auch?

In Deutschland kann man Steinmännchen zum Beispiel in den Alpen an Wegen und auf dem Gipfel sehen. Sie helfen Wanderern, den richtigen Weg zu finden. Steinmännchen können aufgrund ihres besonderen Aussehens zur Orientierung dienen, etwa in wildem Gelände, wo es keine eindeutigen Wege gibt.

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