Wo ist die größte Wanderdüne?

Von: dpa
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Diese Düne ist noch größer als die auf Sylt. Sie heißt „Dune du Pilat“. Sie liegt an der Atlantikküste in Frankreich und ist ungefähr 2900 Meter lang, etwas mehr als 600 Meter breit und 110 Meter hoch. Foto: dpa

Sylt. Sie wandert und wandert und wandert. Etwa drei bis vier Meter im Jahr. Drei bis vier Meter? Das ist ja nicht besonders weit. Die Wanderin, um die es hier geht, ist allerdings nicht auf Füßen unterwegs. Sie besteht fast komplett aus Sand. Es ist eine Wanderdüne auf der Insel Sylt.

„Es ist die größte Wanderdüne, die es in Deutschland gibt“, sagt Diane Seidel. Sie lebt auf Sylt und erklärt Urlaubern die hügelige Dünenwelt der Nordsee-Insel.

Von einer Aussichtsplattform im Norden von Sylt kann man die Wanderdüne gut sehen: ein weißer Sandberg, eingerahmt von Heidekraut. „Die Wanderdüne ist etwa anderthalb Kilometer lang“, sagt Diane Seidel, „und 500 Meter breit.“ Auf ihrem höchsten Punkt ist die Düne etwa 30 Meter hoch. Insgesamt gibt es auf Sylt derzeit drei Wanderdünen. Damit Dünen entstehen können, braucht es Wind und losen Sand. „Auf Inseln wie Sylt kommt der Dünensand aus dem Meer.

Er wird vom Wasser an den Strand gespült. Wenn die Sandkörner trocken sind und nicht am Boden kleben, können sie vom Wind mitgetragen werden. Reicht die Kraft des Windes nicht mehr aus, um die Sandkörner zu tragen, setzen sie sich ab. Auch dann, wenn die Sandkörner auf ein Hindernis treffen, zum Beispiel kleine Pflanzen. Trägt der Wind immer mehr Sand dorthin, häuft er sich zur Düne auf.

Superkleine Dünen kann man schon hinter Muscheln finden. Damit Dünen groß werden können, dauert es aber meist eine Weile. Häufig sieht man auf hellen Dünen lange, graugrüne Gräser. Das ist Strandhafer. Diese Pflanze hat lange Wurzeln. Sie sind bis zu zwölf Meter lang und dringen tief in den Boden. Sie halten den Sand fest. Der Wind kann ihn nicht so gut weitertragen. Auf den drei Wanderdünen auf Sylt aber wachsen keine Pflanzen. Wenn die Sand-Umlagerungen zu groß sind, kann Strandhafer sich von alleine nicht festsetzen.

Die Körner rollen

Das mit dem Wandern funktioniert so: Wenn ein leichter Wind weht, heben Sandkörner nicht vom Boden ab. Sie rollen nur. Bei einer größeren Düne rollen die Sandkörner von der Seite, von der der Wind kommt, zum hohen Kamm der Düne. Dort fallen sie auf die andere Dünenseite nach unten. Weil sich auf dieser Seite immer mehr Sand anhäuft, auf der anderen Seite aber immer mehr Sand abgetragen wird, verschiebt sich die Düne. Sie wandert.

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