Köln - Wer wagte eine große Seereise?

Wer wagte eine große Seereise?

Von: Stefanie Paul
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Würdet ihr euch mit so einem Gefährt aufs Meer wagen? Thor Heyerdahls Floß „Kon-Tiki“ im Jahr 1947 im pazifischen Ozean. Der norwegische Forscher baute es nach dem Vorbild der Inkas aus Balsaholz. Heute steht es in einem Museum in Oslo, der norwegischen Hauptstadt. Foto: dpa
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Das ist der Forscher Thor Heyerdahl im März 1998. Foto: dpa

Köln. Oh Mann, ob das gut geht!? Besonders stabil sieht das Holzfloß ja nicht aus. Und richtig steuern kann man es wohl auch nicht. Und überhaupt: Die sechs Männer haben ja nicht mal wirklich Ahnung vom Segeln. Und so wollen die den Pazifischen Ozean überqueren? Das ist doch total verrückt.

So in etwa dachten wahrscheinlich einige Leute, als sie damals am Hafen standen und das große Floß ablegen sahen. Das war vor 70 Jahren. Das Floß trug den Namen „Kon-Tiki“. Die Idee zu dieser Abenteuerreise hatte ein Mann namens Thor Heyerdahl.

Er war Forscher und stammte aus dem Land Norwegen. Thor Heyerdahl hatte eine Theorie – und die wollte er nun mit Hilfe seines Floßes beweisen. Er wollte von der Küste des Landes Peru in Südamerika viele Tausend Kilometer weit Richtung Westen segeln. Sein Ziel: die polynesischen Inseln. Diese liegen mitten im Pazifischen Ozean, mehrere Tausend Kilometer vom Festland entfernt. Lange Zeit rätselten die Forscher, wie es wohl die ersten Menschen auf diese entlegenen Inseln verschlagen hatte. Sie vermuteten, dass die ersten Siedler aus Südost-Asien stammten.

Statuen und Gemüse

Thor Heyerdahl hatte eine andere Vermutung. Er glaubte, dass die Menschen von Südamerika aus aufgebrochen waren. Für seine Idee glaubte er Beweise gefunden zu haben: zum Beispiel Statuen und bestimmtes Gemüse. Beides gab es auf den Inseln – obwohl es ursprünglich aus Südamerika stammte. Thor Heyerdahl schrieb seine Theorie auf. Doch niemand wollte davon etwas wissen. Er wurde dafür sogar ausgelacht.

Da hatte er die Idee mit dem Floß. Er wollte es den anderen beweisen. Er studierte alte Pläne und Bilder und schließlich entstand ein Floß, wie es wohl die Ureinwohner Südamerikas benutzt haben. Damit wollten Thor Heyerdahl und seine fünf Begleiter auf große Fahrt gehen. Das Floß bestand aus großen Baumstämmen. Darauf stand eine kleine Hütte aus Bambusrohren, mit einem Dach aus Bananenblättern.

Thor Heyerdahl glaubte, die Menschen in früheren Zeiten hätten auf ihrem Weg über das Meer einen besonderen Wind genutzt, den Passatwind. Außerdem hätte ihnen eine große Meeresströmung geholfen, der Humboldtstrom.

Im Laufe der Zeit lernten die Abenteurer, wie sie das Floß steuern konnten. Sie kämpften gegen Stürme und Haie, die das Floß umkreisten. Nach rund 100 Tage waren sie am Ziel. Sie landeten auf einer polynesischen Insel. Thor Heyerdahl wurde mit einem Schlag weltberühmt.

Allerdings: Ob seine Theorie tatsächlich stimmt, ist heute noch immer sehr umstritten. Andere Forscher fanden später gute Beweise dafür, dass die Ureinwohner doch aus Asien stammten. Ein riesiges Abenteuer war es für Thor Heyerdahl aber trotzdem.

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