Wen haut Alkoholwerbung um?

Von: me
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Diesen Jungen hat es umgehauen: Er hat zu viel Alkohol getrunken. In einem solchen Fall muss man – wie er – ins Krankenhaus. Foto: dpa

Aachen. Werbung für Bier, Alcopops oder Wein: Im Fernsehen sieht man sie oft. Die Hersteller wollen damit natürlich erreichen, dass Menschen ihre Produkte kaufen. Das ist der Sinn der Werbung. Und wenn sie gut gemacht ist, dann funktioniert sie auch.

Das Ergebnis guter Werbung ist aber nicht gleichzeitig grundsätzlich für alle gut. Das zeigt jetzt wieder eine Untersuchung. Eine große Krankenkasse hat sie am Mittwoch vorgestellt. Dabei war man der Frage nachgegangen: Trinken Kinder und Jugendliche mehr Alkohol, wenn sie beim Fernsehen Werbung für Alkohol gesehen haben?

Die Antwort ist eindeutig: Ja. Die befragten Mädchen und Jungen sagten den Experten eines Gesundheitsinstituts, das die Studie durchgeführt hat: Ja, wir haben den Alkohol probiert, wenn dafür im Fernsehen geworben wurde. Damit aber nicht genug! Die Jugendlichen gaben auch zu, dass sie sich danach sogar auch mal sinnlos betrunken haben.

Das nennt man Rausch- oder Komasaufen. Das heißt: Man fällt dabei in eine Art Ohnmacht. Konsequenzen aus der Studie müssen Kinder und Jugendliche selber – am besten gemeinsam mit ihren Eltern – ziehen. Sie müssen es schaffen, stärker zu sein als der Alkohol und die Werbung dafür. Denn noch kein Politiker hat es geschafft, ein Verbot für Alkoholwerbung im Fernsehen durchzusetzen. In manchen Bundesländern hat man zwar darüber schon mal im Landtag diskutiert – aber ohne ein konkretes Ergebnis.

Schlimm ist: Kinder und Jugendliche, die regelmäßig Alkohol trinken, werden mit großer Wahrscheinlichkeit als Erwachsene abhängig und alkoholkrank. Deshalb müsste Alkoholwerbung im Fernsehen eigentlich ebenso verboten werden wie die Werbung für Zigaretten. Aber das Tabakwerbeverbot durchzusetzen ging auch nur mit dem Druck durch die EU.

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