Warum ist diese Mauer heilig?

Von: Jennifer Heck
Letzte Aktualisierung:
15117706.jpg
Jeden Tag kommen Besucher zum Tempelberg. Die Klagemauer ist die wichtigste Gebetsstätte der Juden, sie gilt als heilig. Foto: Jennifer Heck, dpa

Jerusalem. Die mächtige Mauer ist aus großen, schweren Steinblöcken aufgebaut. Davor stehen Menschen und beten. Die Mauer, auch „Klagemauer“ genannt, steht in Jerusalem, einer Stadt im Nahen Osten. Die Mauer stützte einst die Plattform eines prächtigen jüdischen Tempels. Doch die Römer zerstörten das mächtige Gebäude.

„Das war vor rund 2000 Jahren“, sagt Regula Alon. Sie ist Reiseführerin und kennt sich gut mit Jerusalem und der Klagemauer aus. Übrig geblieben ist vom ganzen Tempelbezirk neben der Plattform nur diese eine Mauer. Sie ist heute die wichtigste Gebetsstätte des Judentums und gilt als heilig.

Jeden Tag kommen viele Besucher hierher. Dazu müssen sie zuerst durch strenge Kontrollen und Schleusen. Rundherum hängen Überwachungskameras. „Polizisten und Sicherheitskräfte passen auf, dass die Leute nicht aneinandergeraten“, sagt Regula. Denn in der Altstadt von Jerusalem stehen heilige Stätten verschiedener Religionen. Deshalb kommt es immer wieder zu Streit.

Vor der Klagemauer liegt ein großer Platz. Von dort aus geht es durch zwei Eingänge zur Mauer, einen für Männer und einen für Frauen. Die Bereiche, in denen sie beten, sind durch einen Zaun getrennt.

„Man darf die Steine berühren“, erklärt Regula. Manche Leute legen eine Hand an die Klagemauer und stützen sich mit dem Kopf darauf ab. „Hier an der Klagemauer wird bis heute über die Zerstörung des Tempels geklagt“, sagt die Reiseführerin. Viele haben beim Beten einen Zettel in der Hand. „Man kann einen Zettel schreiben mit einem Wunsch“, sagt Regula: „ Gesundheit zum Beispiel.“ Die Zettel werden gefaltet und nach dem Beten in die Ritzen und Spalten der Mauer gesteckt. Manche schreiben auch Gebete darauf oder bedanken sich für etwas.

Weil jeden Tag viele Leute ihre Zettel in die Ritze stecken, fallen immer wieder welche herunter. Deshalb sammeln einige Leute diese Papierchen auf. So werden nach und nach alle Zettel eingesammelt. Die Leute bestatten sie dann feierlich auf einem Berg in Jerusalem. Denn es widerspricht dem Glauben der Juden, die Zettel einfach wegzuwerfen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert