Aachen - Wann wächst der Kehlkopf?

Wann wächst der Kehlkopf?

Von: dpa
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Das ist Leven: Er ist zwölf Jahre alt und gerade im Stimmbruch. Foto: Ulrike Hartmeyer/dpa

Aachen. Mal klingt die Stimme hoch, mal tief, mal brüchig. Das passiert vielen Jungen, wenn sie älter werden, aber längst nicht allen. Man nennt es Stimmbruch. Wie es dazu kommt?

Das hat damit zu tun, dass der Kehlkopf und die Stimmbänder in der Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein wachsen. Bei Jungen passiert das stärker als bei Mädchen.

Der Kehlkopf ist der oberste Teil der Luftröhre. Darin befinden sich die Stimmbänder. Man kann sie sich ein bisschen vorstellen wie zwei Segel, die dort längs gespannt sind. Zwischen ihnen liegt eine Ritze. Wenn wir sprechen oder singen, bewegen die Stimmbänder sich. Dadurch wird die Ritze geschlossen oder geöffnet.

So entsteht ein Luftstrom, der die Stimmbänder in Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen hören wir – es ist unsere Stimme. Für den Klang der Stimme sind allerdings noch andere Körperteile wichtig, zum Beispiel der Mundraum mit den Lippen und der Zunge. Und auch der Nasenraum und Rachenraum.

Weniger Schwingungen

Wenn der Kehlkopf in der Pubertät wächst, wachsen auch die Stimmbänder. Bei Jungen werden sie etwas dicker und auch länger, etwa zwei Zentimeter lang. Die Muskeln rund um die Stimmbänder und auch viele Nerven müssen sich erst auf die neue Länge einstellen. Das kann durchaus acht bis neun Monate dauern. In dieser Zeit kann es sein, dass die Stimme zwischen der höheren Jungenstimme und der tieferen Männerstimme wechselt.

Zum Schluss klingt die Stimme der Jungen meist viel tiefer. Das liegt daran, dass längere und dickere Stimmbänder weniger miteinander schwingen und die Töne tiefer klingen.

Der zwölfjährige Leven ist gerade mitten im Stimmbruch und berichtet, wie er seinen Körper erlebt. Er besucht eine Schule, an der viel gesungen wird. Leven: „Das ist blöd für mich, weil ich oft gar nicht richtig mitsingen kann. Leven ist der erste in Klasse, der im Stimmbruch ist. Er sagt: „Daher ist das für die anderen oft sehr lustig. Mich stört das nicht, weil ich weiß, dass die anderen auch noch in den Stimmbruch kommen werden.“

Für andere, die im Stimmbruch sind, hat er diese Tipps: „Für mich war es wichtig, den Lehrern Bescheid zu sagen, damit sie wissen, warum ich manchmal nicht mitsinge. Oft stelle ich mich dann zu den anderen und bewege einfach die Lippen, als würde ich mitsingen. Es ist aber nicht schlimm – und ich weiß ja, dass die anderen auch in den Stimmbruch kommen werden und dass er bei mir irgendwann vorbei sein wird.“

Übrigens: Auch bei Mädchen wachsen die Stimmbänder, aber eben deutlich weniger. Ihre Stimme wird meist nur etwas tiefer.

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