Rettungsaktion hilft Federvieh: Altersheim für Hühner

Letzte Aktualisierung:
7845296.jpg
Barbara Franzke mit neuem Huhn, Worpswede, Deutschland. Barbara Franzke findet, dass Legehennen nach ihrem mühseligen Arbeitsleben eine schöne Zeit verdient haben. Darum macht sie bei der Aktion «Rettet das Huhn» mit. Sie nimmt Hühner auf, die sonst getötet würden, weil sie nicht mehr genug Eier legen. Foto: Ann-Kathrin Marr, dpa ACHTUNG: Nur für Bezieher des dpa-Dienstes Nachrichten für Kinder im Zusammenhang mit dem Themenpaket über die Aktion «Rettet das Huhn» +++(c) dpa - Nachrichten für Kinder+++

Ich mache gerade den Stall sauber“, ruft die Frau mit den kurzen braunen Haaren durch die halb geöffnete Tür. Um sie herum flattern ihre Hühner. Sie scharren in den Sägespänen am Boden, oder sie laufen nach draußen. Dort klettern sie auf dem Misthaufen herum.

Doch einige Hennen trauen sich kaum aus dem Stall im Ort Worpswede im Bundesland Niedersachsen und erschrecken, wenn man ihnen zu nahe kommt. Sie sind dünn und sehen aus, als habe ihnen jemand die Federn ausgerupft. Ihre Hälse sind kahl, und am Po schaut die nackte rosafarbene Haut hervor.

„Das sind die Neuen“, sagt Barbara Franzke. Diese Hennen wohnen erst seit wenigen Wochen bei ihr. Vorher lebten sie mit Zehntausenden Hühnern in einer großen Halle. Oder sie waren in enge Käfige gepfercht und hatten kaum Platz. Draußen waren die Hennen vorher noch nie. Sie waren nur dazu da, möglichst viele Eier zu legen.

Barbara Franzke findet, dass die Tiere nach ihrem mühseligen Arbeitsleben eine schöne Zeit verdient haben. Darum macht sie bei der Aktion „Rettet das Huhn“ mit. Sie nimmt Hühner auf, die sonst getötet würden, weil sie nicht mehr genug Eier legen.

Barbara Franzkes Hühnerstall ist also eine Art Altersheim für Federvieh – allerdings ein ziemlich luxuriöses. Denn hier können die Hennen tun, was sie eben gern tun: Nach Körnern picken, draußen herumlaufen, im Misthaufen wühlen und ihr Gefieder im Sand baden.

„Schon nach ein, zwei Monaten sehen sie viel besser aus“, sagt Barbara Franzke. Am Hals und Po wachsen dann die Federn nach, und wenn die Hühner-Freundin die Stalltür öffnet, laufen auch die Neuen nach draußen.

Für Barbara Franzke bedeutet das eine Menge Arbeit. Denn sie hat auch noch einen normalen Job. Deshalb muss sie jeden Morgen eine Stunde früher aufstehen, um die Hühner zu füttern. Und an ihren freien Tagen mistet sie den Stall aus.

Aber sie findet, das lohnt sich, weil es den Hühnern jetzt noch einmal gut geht. „Das hier“, sagt die Hühner-Retterin und zeigt auf die pickenden und flatternden Hennen, „das ist ein Leben, wie ein Huhn es haben möchte.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert