Neues vom Kometen „Tschuri“?

Von: red/me
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Rosetta lüftet Geheimnisse: Mit Hilfe der Raumsonde haben Forscher auf „Tschuri“ jetzt auch Sauerstoffmoleküle gefunden. Foto: dpa

Aachen. Das ist spannend: Forscher haben erstmals Sauerstoffmoleküle bei einem Kometen nachgewiesen. Mit der europäischen Raumsonde Rosetta stießen sie beim Kometen „Tschuri“ auf molekularen Sauerstoff (O2). Dieses Sauerstoffgas müsse aus der Entstehungszeit des Sonnensystems stammen, berichten die Wissenschaftler. Sauerstoffmoleküle sind auch in unserer Luft enthalten. Wir benötigen sie zum Leben.

Zuvor hatte Rosetta bereits Sauerstoffatome (O) bei „Tschuri“ gefunden. Diese entstehen jedoch während des Flugs des Kometen derzeit ständig neu, wenn Sonnenstrahlen Wassermoleküle aufspaltet, die vor „Tschuri“ verdampfen.

Mit Sauerstoffmolekülen hatten die Forscher dagegen nicht gerechnet. Kometen gelten als eingefrorene Urmaterie aus der Frühzeit des Sonnensystems vor rund 4,5 Milliarden Jahren. Sauerstoffmoleküle sind reaktionsfreudig. Normal wäre gewesen, dass sie sich mit dem damals reichlich vorhandenen Wasserstoff zu Wasser verbunden hätten. „Wir hätten niemals gedacht, dass Sauerstoff für Milliarden von Jahren ‚überleben‘ kann, ohne sich mit anderen Sub-stanzen zu verbinden“, sagt Projektleiterin Kathrin Altwegg von der Universität Bern.

Aus kosmischem Teilchenhagel, den „Tschuri“ trifft, können die Sauerstoffmoleküle nicht stammen. Da sind die Forscher sicher. Der neue Forschungsansatz geht so: Am wahrscheinlichsten ist, dass der Sauerstoff sehr früh, schon vor Beginn der Entstehung des Sonnensystems im Kern des Kometen „Tschuri“ eingefroren ist.

Die Forscher meinen, jetzt müsste über manche theoretische Modelle zur Bildung des Sonnensystems nachgedacht werden. Spannend!

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