Cismar - Haben die Schnecken kein Zuhause?

Haben die Schnecken kein Zuhause?

Von: Maria Berentzen
Letzte Aktualisierung:
15111609.jpg
Hat kein Häuschen, passt dafür aber in jede kühle Ritze: Die Nacktschnecke hat es gerne feucht. Foto: imago/blickwinkel

Cismar. Da kriecht etwas durchs Gemüsebeet: eine Nacktschnecke. Doch warum tragen eigentlich einige Schneckenarten ein Haus auf ihrem Rücken und andere nicht? Das weiß Experte Vollrath Wiese. Er leitet ein Museum, in dem es um Schnecken geht.

Ursprünglich hatten alle Schnecken ein Haus. Das ist viele Millionen Jahre her. In der Natur ist es so, dass sich Lebewesen verändern können. Das dauert seeehr lange. Die Idee dahinter ist: Das, was einem Lebewesen nützt, bleibt erhalten. Andere Eigenschaften, die keinen Nutzen haben, bilden sich wieder zurück. Diesen Vorgang nennt man auch Evolution.

Im Laufe der Evolution haben Schnecken Möglichkeiten entwickelt, sich zu schützen. Die Tiere müssen vor allem darauf achten, dass sie nicht austrocknen. Ihre Vorfahren stammen aus dem Meer. „Auch die Schnecken an Land benötigen bis heute viel Feuchtigkeit“, sagt Vollrath Wiese.

Ein Haus ist deshalb auch für eine Schnecke an Land praktisch: Es schützt sie vor dem Austrocknen. Allerdings ist so ein Häuschen ziemlich sperrig. Die Schnecke kann es nicht einfach ausziehen, wenn sie sich mal eben durch eine kleine Ritze quetschen will.

Einige Schnecken haben deshalb eine andere Strategie entwickelt, um sich zu schützen, erklärt der Experte. Sie haben ihr Häuschen immer weiter verkleinert. So können sie sich in winzigen Spalten verkriechen, damit sie nicht austrocknen. Wenn sie sich dort verstecken, sind sie auch vor ihren Feinden geschützt.

Eine Nacktschnecke kommt nur dann aus ihrem Versteck, wenn es draußen feucht genug für sie ist. Bei Regen ist sie den ganzen Tag aktiv und frisst oft viele Stunden lang. In heißen Sommern ist sie nachts unterwegs, wenn die Pflanzen feucht vom Tau sind. „Zur Not kann eine Nacktschnecke auch einmal für eine längere Zeit hungern, wenn es zu trocken für sie ist“, sagt Vollrath Wiese.

Hast du schon einmal eine Nacktschnecke angefasst? Dann hast du vielleicht gemerkt, dass sie sich viel schleimiger anfühlt als Schnecken mit Haus. Das liegt daran, dass eine Nacktschnecke tatsächlich mehr Schleim produziert. So schützt sie sich zusätzlich vor dem Austrocknen. Der zähe Schleim schreckt außerdem viele Tiere ab, die gern Schnecken fressen: zum Beispiel Igel und Vögel.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert