Luxemburg - Gerichtsurteil: Was ändert sich für Google?

Gerichtsurteil: Was ändert sich für Google?

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Kennt jedes Kind: die Suchmaschine Google. Foto: dpa

Luxemburg. „Wie peinlich ist das denn? Wie bekomme ich das bloß wieder aus dem Internet weg?“ Das denken jeden Tag viele Menschen auf der Welt. Sie haben zum Beispiel irgendwann einmal etwas im Internet geschrieben, das ihnen später sehr unangenehm ist.

Oder es gibt eine heikle Information über sie oder auch echt blöde Fotos. Dann wünscht man sich, dass das aus dem Internet verschwindet. Aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. IT-Experten sagen: Das Internet vergisst nie.

Damit ist gemeint: Einmal im Internet veröffentliche Sachen sind oft gar nicht mehr daraus wegzubekommen. Wer zum Beispiel ein Foto auf einer Internetseite hochgeladen hat, kann es zwar dort wieder löschen. Aber: Es ist möglich, dass jemand anderes das Foto inzwischen gespeichert hat – und es woanders wieder hochlädt. Damit wäre das Foto wieder da, obwohl man es selbst gelöscht hat. Genau so ist es mit Videos. Sie verbreiten sich oft rasend schnell im Internet.

IT-Fachleute raten deshalb, sich ganz genau zu überlegen, was man alles im Internet veröffentlicht. Man hat es also zum Teil selbst in der Hand, was sich das Internet alles merkt. Aber es gibt natürlich auch Informationen, die von anderen ins Netz gestellt werden und die man gerne gelöscht haben will. So ging es auch einem Mann aus Spanien. Der Mann konnte irgendwann nicht mehr alles bezahlen, und er musste deshalb unter Druck ein Grundstück abgeben. Das nennt man eine Pfändung oder Zwangsversteigerung. Das ist lange her. Es war vor 15 Jahren. Aber bis jetzt konnte man es im Internet nachlesen, wenn man den Namen des Mannes gegoogelt hat. Das fand der überhaupt nicht in Ordnung.

Deshalb verlangte er, dass Google den Eintrag freiwillig löscht. Aber Google wollte das nicht. Dann gab es Gerichtsverhandlungen. Der Spanier verlor immer. Aber er gab nicht auf und ging bis vor den Europäischen Gerichtshof. Und da hat der Spanier dann doch noch Recht bekommen. Der Europäische Gerichtshof entschied am Dienstag: Der Mann aus Spanien kann verlangen, dass die öffentliche Bekanntmachung über die Zwangsversteigerung im Jahr 1988 bei Google verschwindet. Die europäischen Richter sagten, Google soll verhindern, dass die Info bei der Suche angezeigt wird – obwohl die Info noch irgendwo im Internet steht.

Das Gerichtsurteil ist auch für andere Menschen in EU-Ländern spannend. Denn nun kann jeder unter bestimmten Umständen verlangen, dass Google manche Suchergebnisse nicht mehr anzeigt. Verbraucherschützer finden das gut. Google ist enttäuscht. Das Urteil könnte tatsächlich dazuführen, dass Suchwerkzeuge vielleicht nicht mehr so gut funktionieren und man manche Sachen nicht mehr so schnell findet. Aber das muss man einfach mal abwarten.

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